(Anmerkung/Quellennachweis: Der Textauszug wurde von der TU Darmstadt im Jahre 2016 an den HGV Bad König e.V. auf Anfrage übermittelt und für eigene Forschungszwecke zur Verfügung gestellt.)

 

 

 

Biografisch-tabellarische Lebenssynopse von Carl Weyprecht (Schlüsseldaten)

 

1838  Am 8. September 1838 wird Carl Weyprecht in Darmstadt geboren.*

1842  Übersiedlung mit den Eltern nach König im Odenwald

1852  Schulbesuch in Darmstadt

1856  Eintritt in die österreichische Kriegsmarine/Ankunft in Triest

1858  Flottenreise im Mittelmeer

1862 Ernennung zum Schiffsfähnrich

1863 Educations- Offizier

1866 Teilnahme an der Seeschlacht von Lissa/Mittelmeer

1866/1867 Mission in Mexiko ***

1870 Mission im Dienste der Wissenschaften in Tunesien

1871  „Isbjörn-Expedition“ in der nördlichen Barents-See

1872  Carl Weyprecht bekommt die österreichisch-ungarische Staatsbürgerschaft.

1872  13. Juni des Jahres: Abfahrt der „Admiral Tegetthoff“ nach Bremen

1873  30. August des Jahres: Entdeckung und Benennung von „Kaiser-Franz-Josef-Land“

1874  24. August des Jahres: Rettung der Expedition durch russische Fischer

Carl Weyprecht lehnt den Adelstitel ab.

1881  Am 29. März des Jahres: Carl Weyprecht stirbt in Michelstadt im Odenwald.

Carl Weyprecht wird in einem Ehrengrab auf dem Friedhof in (Bad) König im Odenwald bestattet.* *

 

 

Büchner-Weyprecht im Hintereinander  (Lyrik) *

Koordinatenpunkte beider dereinst
in Darmstadts Grafenstraße.
1837
Georg Büchner verlässt
die Irdisch-Weltbühne
in der Schweiz.
Jahre zuvor raus aus Darmstadt.
Straßburg mit vielseitig mehr Luft.
Die Provinzen davor und danach.
Im Vermächtnis die Zustände
literarisch festgehalten.
Basiswerte für die Ewigkeit.

1838
Carl Weyprecht kommt an.
In Darmstadt.
Entdeckt jung viel und vermittelt
in (Bad) König.
Darmstadt als Lerngrundlage
für die maritime Zukunft
mit Ausgangsbasis Triest.
Die Explorationen in der Arktis
mit anderen vollzogen.
Futur-Schübe für die Internationalen
Polarjahre.

Reinhold Nisch

 

* Quellenhinweis: Wolfgang Bader (Hrsg.): text cocktail mix 2017 -Sommer-Anthologie, Verlag  Novum  Publishing GmbH (ISBN 978-3-99064-041-8), A-Neckenmarkt/Österreich 2017, S. 299

 

 

 

* * Zu den Bestattungsfeierlichkeiten  für Carl Weyprecht im Jahr 1881 hier in König im Odenwald siehe auch die erst im Jahre 2017  vorgenommene Transkription von Frau Katharina Haase (langjährig engagiertes Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins Bad König e.V.):

„Katharina Haase schließt erkennbar eine Forschungslücke zu Carl Weyprecht“  (Homepage: www.hgv-badkoenig.de /29.03.2017)

 

Anmerkung: Am 8. September 2018 wird auch in  Bad König des 180. Geburtstages von Carl Weyprecht gedacht werden.

 

 

*** Literaturhinweis zu Kaiser Maximilian I. von Mexiko: „Mexikos glückloser Kaiser- Romantisches Abenteuer und globaler Machtpoker: Warum vor 150 Jahren ein Bruder des österreichischen Kaisers Franz Joseph I. in den Wirren des mexikanischen Bürgerkriegs sein Leben ließ „(von Gerd Fesser), Wochenzeitung DIE ZEIT/Geschichte Nr. 24 vom 8. Juni 2017, S. 17

 

 

Zum Mexiko-Aufenthalt („Mexiko-Mission“) von Carl Weyprecht erfährt man mehr bei:

Enrico Mazzoli: CARL WEYPRECHT Darmstadt-König-Triest/ Lebensstationen eines Polarforschers (Deutsch von Annette Budzinski), Arbeiten der Historischen Kommission Neue Folge Band 38, Darmstadt (ISBN 978-3-88443-415-4) 2018; hier: Kapitel IV Von Lissa nach Mexiko (Abschnitte: In der Schlacht auf der Drache/Im mexikanischen Bürgerkrieg/Die Evakuierung der französischen Truppen/Zwischen Leben und Tod in Havanna), S. 49-58.

 

 

Aktuell aus der Sicht des Jahres 2019/hier: Antarktis:

„Kurz vor dem Kollaps- Wenn das Schelfeis in der Westantarktis schmilzt, verursacht das einen Anstieg des Meeresspiegels um mehr als drei Meter“ (Von Friederike Meier), Quelle: Frankfurter Rundschau vom Samstag/Sonntag, 22./23. Juni 2019- 75. Jahrgang/ Nr. 142 (Rubrik Wissen), S. 20

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Titelbild zeigt einen Blick in die anfänglich historische Weyprecht-Straße im damaligen (Bad) König. Sie wurde nach Carl Weyprecht benannt, einem Sohn der Stadt.  (Foto: Bilddatenbank HGV Bad König e.V.)

 

Literaturliste:

Hier finden Sie eine Auswahl an Literatur zu/über C a r l  W e y p r e c h t (1838-1881), der einst im damaligen K ö n i g  i m  O d e n w a l d seine K i n d e r j a h r e bzw. frühen J u g e n d -j a h r e verbrachte und hier auch seine l e t z t e  R u h e s t ä t t e  fand:

 

 

 

 

 

Neu entdeckt:

Franz Josef Land (englische Ausgabe)

Alexander Konrad, Austrian Strait, Austro-Hungarian North Pole Expedition, Ernst Krenkel Observatory, Frederick Georg Jackson, Fridtjof Nansen, Ivan Papanin, Julius von Payer, Karl Weyprecht, Nagurskoye, Otto Schmidt, Valerian Albanov (This book features content from Wikipedia, but is not affiliated endorsed or sponsored by Wikepedia. Cover art: Manu 2011 ( 9 781156 477922)

 

Dr. Peter W. Sattler: Polarforscher Carl Weyprecht aus Bad König und sein Weg nach Österreich. Das soziokulturelle und geopolitische Umfeld Ende des 18. Jahrhunderts, S. 77-87, in: Magistrat der Stadt Bad König (Hrsg.), Bad König im Wandel der Zeiten-Festschrift aus Anlass der Erwähnung vor 1200 Jahren, Verlag M&K Satz-, Druck- und Verlags-GmbH  Michelstadt (ISBN 978-3-00-058240-0) 2017

 

Franz Anton Paßmann: Zeugnis alter Kulturen-Bad König im Odenwald/Studie zu Geschichte, Namen, Religion (mit Abbildungen), Verlag und Druckerei Franz Schmitt/Siegburg 1995

 

Eigentlich schon Weltliteratur:

Christoph Ransmayr: Die Schrecken des Eises und der Finsternis (Roman). Mit 23 Abbildungen. Fischer Verlag (ISBN 978-3-596-25419-4) Frankfurt/Main 1987

„Im Zentrum dieses vielschichtigen Abenteuerromans steht das Schicksal einer österreichisch-ungarischen Nordpolarexpedition in den Jahren 1872 bis 1874. Das Drama dieser historischen Eismeerfahrt wird kunstvoll verknüpft mit der fiktiven Geschichte eines jungen Italieners, der, getrieben von einem leidenschaftlichen Interesse für die Hinterlassenschaft dieser Expedition, ein Jahrhundert später in die Arktis aufbricht und in den Gletscherlandschaften Spitzbergens verschwindet.“ (Quelle: Klappentext des Buches)  Sehr empfehlenswert und spannend verfasst!

 

Allgemeiner „populärwissenschaftlicher“ Überblick (Ergänzung) : „ZEITGeschichte  Panorama- Die letzten Abenteuer-Große Forschungsreisen von 1750 bis heute“, Hamburg Nr. 2/2018 (978-3-946456-41-4)

 

Neuerscheinung (Übersetzung ins Deutsche):

Dr. Enrico Mazzoli: CARL WEYPRECHT Darmstadt-König-Triest/Lebensstationen eines Polarforschers (Deutsch von Annette Budzinski), Historische Kommission Darmstadt (hkd) 2018

Das Buch wird in Bad König am Samstag, 21. Juli 2018, 19.30 Uhr, in der Historischen Rentmeisterei/Schlossplatz vorgestellt.

Der Eintritt beträgt 5,00 Euro, Karten können schon jetzt bei der Literaturhandlung Paperback (D-64732 Bad König, Bahnhofstraße 43) vorbestellt werden (Telefon: 06063-4115 oder www.literaturhandlung-paperback.de).

 

Frank Berger/Enrico Mazzoli: Triest und der Nordpol- Die Berichterstattung der Triester Zeitungen über die österreichisch-ungarische Nordpolarexpedition von 1872/1874 mit den Expeditionstagebüchern eines Matrosen (Bootsmann Pietro Lusina) und des Heizers Josef Pospischill, Prima Edizione  by Luglio Editore (ISBN 978-88-6803-083-4), Trieste/Italia 2014

Im Vorwort des Buches schreibt Birgit Lutz, dass sie durch die Lektüre von Christoph Ransmayrs Roman „Die Schrecken des Eises und der Finternis“ derart in jungen Jahren für die Polarregion begeistert wurde: „Dieses Buch öffnete sich mir wie ein Schatz. Es gehört für mich zum schönsten was es überhaupt gibt an Arktisliteratur, weil Payer nicht nur ein neugieriger Forscher und umsichtiger Polfahrer war, sondern auch ein Künstler. Und so ist die Geschichte dieser faszinierenden Expedition auf eine Art erzählt, wie kaum eine andere.“ (Vorwort, S.7)

Aus diesen Erkenntnissen heraus wurde das für Birgit Lutz leidenschaftliche Arktis-Passion: „Mittlerweile (aus der Sicht vom Juni 2014) habe ich den Nordpol auf Skiern erreicht und Grönland durchquert, ich habe Bücher geschrieben, arbeite auf arktischen Schiffen und erkläre Gästen die Geschichte der polaren Entdeckung. Werde ich gefragt, warum ich all das tue, und wie sich das so entwickelt hat, komme ich immer wieder auf Ransmayr und Payer, und wie mich- und nicht nur mich!- dieser Bericht einst fesselte“. (Vorwort, ebenda)

 

 

„Der nördlichste Teil der `Alten Welt`: In der Topographie noch österreichisch“ (aus: Zeitung „Die Presse“-Wissenschaft vom 19.1.1980)

Inhalt in Kurzform:“Die Übergabe des 1874 geschriebenen, 1978 aufgefundenen „Abschiedsbriefes“ von Carl Weyprecht (der in König im Odenwald seine Kindheit, frühe Jugend verbrachte; eigene Anmerkung Reinhold Nisch) an die Österreichische Akademie der Wissenschaften bot dem Historiker Universitätsprofessor Dr. Günther Hamann Gelegenheit, zugleich mit der Bedeutung der österreichischen Expedition auch deren Platz im kulturellen Ambiente ihrer Zeit hervorzuheben. Professor Hamanns Initiative hat wesentlichen Anteil daran, dass das Schriftstück- an die „Österreichische Admiralität“ adressiert nach Wien gekommen ist…“ (Zitat: Einleitung des Zeitungsartikels)

 

„Polarforschung -gestern-heute -morgen /Von Weyprecht zum Cryosat“ (Herausgeber „Akademie für lebenslanges Lernen-Volkshochschule Odenwaldkreis/Erbach-Odenwald 2006) – Begleitbuch zur Sonderausstellung der Volkshochschule Odenwaldkreis im Odenwald- und Spielzeugmuseum Michelstadt vom 29. März bis 6. August 2006  (Redaktionsteam: Professor Dr.-Ing. Friedrich Eckstein, Cornelia Fürpahs-Zipp M.A., Dr. Heidi von Leszczynski, Dr. Peter W. Sattler)

 

Julius Payer: DIE ENTDECKUNG VON KAISER FRANZ JOSEPH-LAND 1872-1874 (Herausgegeben von Detlef Brennecke) , Edition Erdmann in der Verlagshaus Römerweg GmbH (ISBN-978-3-7374-0039-8), Wiesbaden 2017

Julius Payer (1842-1915) erhielt seine Ausbildung an der Militärakademie in der Wiener Neustadt, war als junger Offizier in Norditalien stationiert und erforschte als Bergsteiger von dort aus die Alpen. 1869/70 nahm er an der „Zweiten Deutschen Nordpolarexpedition“ unter der Leitung Carl Koldeways teil, kurz darauf leitete er zusammen mit Karl Weyprecht die erste österreichisch-ungarische Expedition ins ewige Eis.“ (Klappentext zum Buch)

 

www.oesterreich100.at : Mit dieser Homepage hat man in Österreich auf viel Ereignisse im „Gedenk- und Erinnerungsjahr 2018“ aufmerksam gemacht, die für das Land historische Schlüsselereignisse beinhalten.

 

Karl Weyprecht: Die Nordpolarexpedition der Zukunft -1874, Bremen University Press (Nachdruck/ISBN-13: 978-3955629274) 2014

„Karl Weyprecht war einer der großen Polarforscher seiner Zeit. In diesem Büchlein, das auf einem Vortag fußt, den er im Jahre 1874 vor Offizieren der kaiserlichen Marine hielt, beschreibt er visionär die Zukunft der Polarforschung. Aus heutiger Sicht noch viel interessanter ist aber der Umstand, wie präzise und anschaulich er den damaligen – heute historischen – Stand der Polarforschung die die seinerzeit bekannten Erkenntnisse schildert.“ (Klappentext  zum Buch)

 

„Die Metamorph0sen des Polareises – Scholar Select- Karl Weyprecht, 1872-1874 Tegetthoff Expedition“/ CPS- by Wentworth Press, an imprint fo Creative Media Partners, support.creativemedia.io (9 780274 244836)/ CPSIA information can be obtained at www. ICGtesting. com/ Printed in the USA / LVHW081710190519  618384LV00005B/94/P    without year/ohne Jahr

(Zitat/Klappentext zum Buch: „This work has been selected by scholars as being culturally important and is part of the knowledge base of civilization as we know it. This work was reproduced from the original artifact and remains as true to the original work as possible. Therefore, you will see the original copyright references, library stamps (as most of these works have been housed in our most important libraries around the world) and other notations in the work.

This work is in the public domain in the United States of America and possibly other nations. Within the United States of America you may freely copy and distibute this work, as no entity (individual or corporate) has a copyright on the body of the work.

As a reproduction of a historical antifact this work may contain missing or blurred pages, poor pictures, errant marks etc. Scholars believe and we concur, that this work is important enough to be preserved, reproduced and made generally available to the public. We appreciate your support of the preservation process and thank you for being an important part of keeping this knowledge alive and relevant.“

 

 

Stadtlexikon Darmstadt (Kurzbiografie des in Darmstadt geborenen Carl Weyprecht mit diversen Essayhinweisen):

http://www.darmstadt-stadtlexikon.de/w/weyprecht-carl.html

 

 

Hermann F. Koerbel: Geschichte der Österreichischen Polarforschung/History of the Austrian Polar Exploration Arctic Research Consortium Austria (CD-Rom-2 sprachig-deutsch/englisch) ,  (o.O.) 1989

Aus dem Inhalt: Zeittafel ab 1761/60 Forscher-Biographien/34 Expeditionen/17 Forschungsschiffe/242 Bilder & Karten/ umfassendes Quellenverzeichnis & Online-Adressen

(Anmerkung: Höchstwahrscheinlich ist diese CD-Rom des österreichischen Autors nur noch in bestimmten Archiven verfügbar. Frühere Homepage: www.arctic.at)

 

Otto Krisch: „Das Tagebuch des Nordpolarfahrers Otto Krisch (1875)“- Maschinist und Offizier der zweiten österreichisch-ungarischen Nordpolarexpedition 1875, Bremen, Deutschland (Europäischer Hochschulverlag GmbH & Co KG/maritime press- www. maritime-press.de/ISBN/EAN: 9783954271191) 2012

-„Bei diesem Titel handelt es sich um den Nachdruck eines historischen, lange vergriffenen Buches“, wie der Verlag schreibt.

Aus dem Klappentext des Buches/Rückseite:

„Otto Krisch war Teilnehmer der österreichisch-ungarischen Polarexpedition von 1872 bis 1874 auf der „Admiral Tegethoff“, die zur Entdeckung des „Franz-Josef-Landes“ führte und in deren Rahmen erstmals Menschen den 82. Breitengrad überschritten. Im Jahre 1874 war die „Admiral Tegethoff“ vom Polareis eingeschlossen. Um den sicheren Hungertod zu entgehen, gab man das Schiff auf und machte sich zu Fuß über das Polareis auf, um das Land zu erreichen.

Der Maschinist und Offizier Otto Krisch führte während der Reise ein Tagebuch, das Mannschaftsleistung, Strapazen, aber auch die Einzigartigkeit der Expedition eindrucksvoll dokumentiert.

Einmalig ist hierbei, dass es sich nicht um einen der üblichen (oftmals geschönten) Berichte handelt, sondern um den ungeschminkten Tatsachenbericht eines Mitglieds der Mannschaft.“

 

Darmstadt- ECHO ONLINE vom 17.10.2014: „130 Briefe des Polarforschers Carl Weyprecht fürs Staatsarchiv (Von Harald Pleines)“ –

„Darmstadt- Heidi von Leszczynski, Urgroßnichte des  in Darmstadt geborenen Polarforschers Carl Weyprecht, hat am Freitag 130 Briefe und andere Gegenstände aus dem Nachlass ihres Vorfahren zur dauerhaften Verwahrung an das Hessische Staatsarchiv übergeben.“  (Textauszug aus Echo Online-Presseartikel)

 

 

 

Quelle: WDR-online“:

01. August 2007 – Vor 125 Jahren: Das 1. Internationale Polarjahr wird eröffnet

Daraus wurde folgendes Zitat entnommen:
„1874 kehrt aus dem ewigen Eis eine Expedition nach Europa zurück, die schon als endgültig verschollen galt: Das österreichische Schiff „Admiral Tegetthoff“ ist seit zwei Jahren im Packeis festgefroren. Unter furchtbaren Strapazen gelingt der Mannschaft zu Fuß und mit Rettungsbooten der Rückweg nach Sibirien. Während die Rückkehrer in Europa als Helden gefeiert werden, hält der Kapitän der Expedition diese Art der Polarforschung für gescheitert. „Die arktische Forschung ist zu einem sinnlosen Opferspiel verkommen“, sagt Carl Weyprecht: „Sie erschöpft sich in der rücksichtslosen Jagd nach neuen Breitenrekorden. Das dient wohl kaum der Forschung. Ich sage: Forschungswarten statt Forschungsfahrten!“
Bis heute vier Polarjahre  (Anmerkung: Stand des Jahres 2007)
Nach Weyprechts Ansicht soll man die vergebliche Suche nach einer eisfreien Passage über den Nordpol aufgeben und stattdessen Forschungsstationen rund um den Pol errichten. Diese Idee propagiert zur gleichen Zeit auch der Wissenschaftler Georg von Neumayer. Beide stoßen den Plan zu einem internationalen Arktis-Projekt an. Weyprecht stirbt 1881. Aber ein Jahr später, am 1. August 1882, wird das „1. internationale Polarjahr“ eröffnet.
700 Forscher aus elf Nationen beteiligen sich an der Erforschung von Arktis und Antarktis – ein Novum in der Wissenschaftsgeschichte. Es geht um den Erdmagnetismus und um bessere Wetterbeobachtung. Die Polarjahre werden zu einer festen Einrichtung, die in längeren Abständen für Schübe in der Forschung sorgen soll. 1957, im dritten Polarjahr, wird das internationale Antarktis-Abkommen entwickelt. Im März 2007 beteiligen sich 60 Staaten am 4. Internationalen Polarjahr. Schwerpunktthema jetzt ist der Klimawandel und das Abschmelzen der Polkappen.“
Stand: 01.08.07

 

Zusammenstellung: Reinhold Nisch, HGV Bad König e.V.)

Unsere zeithistorische Aufnahme (HGV-Bilderdatei) zeigt den Weyprechtstempel zu Beginn der 1960-er

Jahre, wo drei Damen in sonntäglicher Kleidung auf einer Bank vielleicht für kurz Zeit ausruhen: Es können

sowohl Kurdamen, aber auch Einheimische gewesen sein. Auf alle Fälle blicken sie talwärts bis hinunter ins

untere Mümlingtal, welches infrastrukturell anders als heute aussieht.

Der Weyprechtstempel, errichtet durch den Odenwaldklub (unter Rektor Schäfer, 1862-1930) im Jahre 1898-

noch in der Zeit des Deutsches Kaiserreiches unter Wilhelm II.- wurde benannt nach dem Nordpolarforscher

Carl Weyprecht (8.September 1838 – 31. März 1881), der auf dem Friedhof Bad König zur letzten Ruhe bestattet

wurde. (Vergleichen Sie bitte auch dazu auf dieser Homepage: „Katharina Haase schließt erkennbar eine Forschungs-

lücke zu Carl Weyprecht“ /Vortrag vom 22.März 2017: Frau Haase nahm die Transkription zu Carl Weyprechts

Trauerfeierlichkeiten auf Kirchenbuchbasis vor.)

 

Carl Weyprecht verbrachte seine Kindheit bzw. Jugend hier im damaligen (Bad) König, da sein Vater Ludwig

hier Kammerdirektor beim Grafen zu Erbach-Schönberg war. Hier ist zu vermuten, dass der Junge schon sehr

lesefreudig und wissbegierig gerade in maritim-nautischen Angelegenheiten war, Zugang zu anfänglichen Bibliotheken in  der elterlichen Wohnung in König wie zu jener des Schlosses hatte.

Das Ergebnis: Mit kaum 17 Jahren befindet sich der junge Carl schon als Offizierswärter in Triest, Österreichs

(Habsburger Reich) größtem Marinehafen im Mittelmeer.

 

 

Zu den zahlreichen Schutzhütten, Brunnen, Quellen und Naturdenkmalen in Bad König und seinen Stadtteilen:

-Bad König im Odenwald -Schutzhütten, Brunnen, Quellen und Naturdenkmale (Hg. Heimat- und Geschichtsverein

Bad König e.V.), ERST-Druck und Verlag Erich Stockert, Bad König (ISBN 3-924388-07-5) 1996