Kunstwerk Hirsch auf Bad Königs Piazza (Foto: R. Veit)

 

Bad König, das einzige Bad Südhessens, mit der neuen Wandelhalle und der großflächigen Piazza: Nunmehr gibt es ein modernes Kunstwerk zu bestaunen. Während des großen Pfingstmontagfestes 2018 entwarf der Künstler G. Wosik mit Hilfe der 3 D-Technologie ein großartiges Werk und erschuf dort einen auf einer Wiese am Waldesrand äsenden Mehrfachender-Hirsch.

“Ist man als Besucher live vor Ort” in Bad König, wo sich ein Besuch immer lohnt, so sieht man das Bild mit dem liegenden Tier, fotografiert man das Werk aber selbst – auch mit Fotohandy/Smartphone- dann ist man sehr überrascht – eben “durch 3 D ermöglicht”- das Wild stehend zu bekommen. Eine wahre Freude!

Gerade paar Schritte  gegenüber -durch die schmale Elisabethenstraße getrennt- entdeckt man an der taubenblauen Mauer einer Hofeinfahrt rechter Hand eine weitere Rarität, geschaffen einst von Heinrich Schäfer.

Diesem “50-Pfennig-Mädchen- ist eine eigene Seite auf dieser Homepage www.hgv-badkoenig.de mit dem Titel “Historie zur Stadtgeschichte Bad Königs: Knieendes 50-Pfennig- Mädchen” gewidmet.

(Text: Reinhold Nisch, HGV Bad König e.V.)

Das frühere Anwesen des Heinrich Schäfer (Foto: R. Veit)

Ganz links im Bild: Anwesen Schäfer/Teilansicht (HGV-Bilddatenbank)

Das jetzige Anwesen Dörsam nach aufwendiger Renovierung der Außenfassade (Foto: R. Veit)

Bad König. In der Elisabethenstraße befindet sich rechter Hand eine künstlerische Rarität an der Zufahrt zum heutigen Anwesen des Ehepaares Dörsam.

Denn die rechte Wand offenbart eine Nachformung – damals in den frischen Beton- mit einer Schablone vergrößert nachentwickelt, welche die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zuhauf in ihren Geldbörsen hatten, damit bezahlten oder als Wechselgeld erhielten.

Gemeint ist das damals- vor der Einführung des Euro-  zig millionenfach vorhandene und berühmte Mädchen auf der 50-Pfennig-Münze.

Jedenfalls hatte das vergrößerte Kunstwerk dereinst der damalige Eigentümer des Anwesens, Herr Heinrich Schäfer, dessen Familie Landwirtschaft ebenso betrieb wie eine Bierlagerstätte auf dem damaligen Anwesen, deshalb “Bier-Schäfer” im früheren König genannt. Heinrich Schäfer gab später hauptberuflich die Landwirtschaft auf und fand in mittleren Jahren nach Umschulung und einer weiteren Ausbildungslehre eine Anstellung beim Wasserwerk der Gemeinde bzw. Stadt Bad König.

Und wie war nun die Geschichte dieser silberfarben ausschauenden 50-Pfennig-Münze? Da schreibt die Journalistin Monika Nellessen: “Eine junge Frau pflanzt einen Baum. Ein Symbol für Zuversicht und Wachstum. Millionen Deutsche kennen dieses Bild, trugen es auf der Rückseite des 50-Pfennig-Stücks im Portemonnaie bei sich. Wer die 50-Pfennig-Frau war, wurde erst fast 40 Jahre nach der Erstprägung der Münze im Jahr 1949 bekannt: Gerda Joe Werner, Tochter eines Darmstädter Polizisten, hatte ihrem Mann, dem Bildhauer und Maler Richard Martin Werner, Modell gestanden. Als `Baumpflanzerin` wurde die Kunstlehrerin zur Verkörperung des Wiederaufbaus… Heute gibt es die 50-Pfennig-Münze (aus den bekannten Gründen) nicht mehr… Was Gerda Jo Werner dazu sagen würde, können wir nicht mehr fragen. Sie ist 2004 in einem Seniorenheim in Oberursel gestorben.” (Monika Nellessen : “Wohlstand für alle”, in: “Odenwälder Echo” vom 16. Juni 2018, Rubrik Leben, Seite 3.

 

 

Dort befindet sich auch der interessante Bericht von Monika Nellessen: “Der Tag, als die D-Mark kam/Aus der Währungsreform vor 70 Jahren machte Ludwig Erhard das Wirtschaftswunder. Was uns der Vater der Sozialen Marktwirtschaft lehrt.” (“Odenwälder Echo” v. 16. Juni 2018, Seite 3)

 

Der Währungsreform heute vor 70 Jahren (Juni 1948) in den damaligen Westzonen stellt die Journalistin Ulrike Herrmann einen sehr kritischen Bericht gegenüber: Ulrike Herrmann, Das D-Mark-Märchen-Heute vor siebzig Jahren begannen sich  in den Westzonen wie von Zauberhand wieder die Schaufenster zu füllen: Die DM war da! …(Quelle: taz vom Mittwoch, 20. Juni 2018, S. 11):

(Zitat aus Kasten) “Währungsreform und Erhard: Am 20. Juni 1948, einem Sonntag, gab es 40 D-Mark pro Kopf, einige Wochen später noch einmal 20 D-Mark. Die Sparguthaben wurden um 93,5 Prozent abgewertet, diese Regel galt nicht für Unternehmen. Gleichzeitig wurden auch die Schulden entwertet, sie reduzierten sich auf 10 Prozent. Sachwerte waren nicht betroffen: Immobilien oder Fabriken behielten ihren Wert. Die Verlierer waren also vor allem Besitzer von Geldguthaben. Daher war ein `Lastenausgleich` vorgesehen. Dieses Gesetz trat aber erst 1952 in Kraft und war so gestaltet, dass es die Vermögenden nicht stark belastet hat.”

 

 

Blick in die Elisabethenstraße, wo auch das Gasthaus “Zu den 3 Sternen” war.

Nach einer Überlieferung von Karl Ludwig Kraft (Die Schrift- hektographiert- hängt im Heimatmuseum Bad König):

“Als im Jahre 1793 das Neue Schloss von Graf Christian erbaut wurde, da feierten die Handwerker das Richtfest in der Gastwirtschaft `Zu den 3 Sternen`. Dieses befand sich in der Elisabethenstraße (zu König). Der erste nachweisbare Wirt hieß Ehrhard und betrieb nebenbei noch eine große Landwirtschaft.

1801 musste der nächste `Sternwirt` Johann Peter Rebscher (1738-1829), Wirt und Bäckermeister 2 fl. und 48 Xr Ohmgeld zahlen.

Auf ihn folgte sein Sohn Johann Michael (1778- 1852), von Beruf Bierbrauer und Küfermeister. Dessen Tochter Maria Elisabethe heiratete den Bäckermeister Johann Georg Hallstein (1806- 1876).

1836 ließ der `Sternwirt` Georg Hallstein “sein in der Mitte des Ortes gelegenes Gasthaus- `Zu den 3 Sternen`- nebst Brauerei versteigern.

Wahrscheinlich wurde dies aber noch abgewendet, denn aus der Gewerbeliste von 1846 geht hervor: `Beim Sternwirth Georg Hallstein werden Haus und Brauerei des Dieter Deitrich verkauft`.

Der Spengler Deitrich errichtete um 1912 an dieser Stelle einen Neubau. Vor Deitrich war das Gelände jahrelang im Besitz einer jüdischen Familie.

Heute ist in dem Anwesen die ´Brunnen-Apotheke` untergebracht”.

 

 

Viele weitere historische Bilder von Bad König finden sich auf dieser Homepage: www.hgv-badkoenig.de

 

Frankfurt am Main um die Mitte des 19. Jahrhunderts (nach einem Originalstich). Wir können einen Teil der Infrastruktur der schon damaligen Mainmetropole längs eines Teilstückes des Fluss- und Uferbereiches erkennen: Frachten in hölzernen Kähnen werden auf der Wasserstraße transportiert, geschäftiges Treiben allerorten, an jeder Ecke. Die Boote fahren bei Wind ihre Segel aus – der Main schon damals eine interessanter Transportweg- denn das Schienennetz wird ja erst deutlich später intensiv in Mitteluropa  ausgebaut werden. In den Gassen, auf den Fernstraßen wird einige Zeit der Pferdetransport dominieren.

 

Sehen Sie auch auf dieser Homepage: “Heimatmuseum Bad König: Ostern 2018 und historische hessische Kaffee-Röstereien” (Artikel vom 03.04.2018)

Empfehlenswert:

“Unser Main” (Frankfurter Rundschau Geschichte/ Band 7/2016- Jahrgang 6 ; Frankfurter Rundschau GmbH, Frankenallee 71-81, D-60327 Frankfurt/Main)

Diese Teilkarte zeigt das südöstliche Frankreich mit seinem mediterranen
Teil um 1900 (Scan: R. Veit)

Quelle: Brockhaus Konservations-Lexikon. 14. Aufl. XVII- Nov. 1900– Maßstab 1:2 780 000.