Kaufhaus Gebrüder Joseph in der Anzeigen-Werbung vom Jahr 1913

Bad König. Unsere Aufnahme (Scan: R. Veit) zeigt die doppelte Anzeigenwerbung aus dem Jahr 1913. Im damaligen König wird das beliebte “Kronenbräu” von W. Breimer II. aus Beerfelden angeboten (oben). Die weitere Anzeige gibt das umfangreiche Sortiment des heute noch bestehenden Traditions-Kaufhauses Gebrüder Joseph in der Bahnhofstraße preis, heute geführt von Siegfried Joseph und dessen Gattin. Man achte auch auf die Umrahmung beider Anzeigen in der “künstlerischen Handschrift” des  heute weltberühmten Jugendstiles.

 

(Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.- 14.04.2021)

Die “Luftbild-Interpretation” Walter Hoffmanns

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Hinweise und Einführung zur Luftbildinterpretation „Bad König Februar 1945“

Das vorliegende Luftbild, aufgenommen von der Royal Air Force am 16. Februar 1945 im Rahmen britischer Aufklärungsflüge über Südhessen, also kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, fiel mir im Rahmen eines Zeitungsartikels des Odenwälder Echos vom 29.5.2020 in die Hände.

In diesem Artikel erfuhr ich, dass die Originalaufnahme sich in Händen des Bad Königer Kraftfahrzeugmeisters Karlheinz Schäfer befindet, der sie auf Grund seines großen Interesses an Lokal- und Heimatgeschichte und als Mitglied des Heimat- und Geschichtsvereins über ein auf solche Aufnahmen spezialisiertes Internet – Portal erworben hatte.

Sicherlich ist die vorliegende Aufnahme ein historisches Dokument im Kontext weltbewegender Ereignisse, für mich als Geographen spiegelt sie aber auch den konkreten siedlungs- und wirtschaftsgeographischen Zustand einer kleinen südhessischen Landgemeinde, eingebettet in einen Ausschnitt der Odenwälder  Wald – Mittelgebirgs- bzw. Berglandschaft.

Für den Betrachter sind relativ schnell einige wesentliche hervorstechende Unterschiede zur heutigen Situation der Kommune erkennbar:

  • das Fehlen der heutigen Umgehungsstraße am Westrand der Aufnahme,
  • das Fehlen des großen Kurparks mit den beiden Seen in der Mümlingtalaue,
  • die noch sehr geringe Besiedlung am heutigen Südring unterhalb des Momarter Waldes,
  • die fast vollständige intensive landwirtschaftliche Nutzung des heutigen Neubaugebietes Bad König – Nord,
  • das Fehlen der Carl – Weyprecht – Schule als zentraler Mittelpunktschule am Nordrand.

Der Zustand der heutigen kleinen Kurstadt präsentiert sich siedlungsgeographisch im Februar 1945 noch weitgehend als der eines Dorfes im ländlichen Raum, trotz der bereits seit einigen Jahrzehnten vorhandenen Funktionen eines Kurortes.

Für mich als Geograph war die Aufnahme trotz ihrer vielfältigen diffusen Grautöne sofort auch ein typisches Beispiel der Abbildung einer über Jahrhunderte gewachsenen mitteleuropäischen Kulturlandschaft eines Berglandes bzw. Mittelgebirges, in dem sich Wald, Siedlungs- und Wirtschaftsflächen häufig abwechseln. Damit ist das Luftbild also nicht nur eine historische  Momentaufnahme, sondern spiegelt dem Auge eines geübten Interpreten exemplarisch auch historische, siedlungsgeographische und wirtschaftliche Prozesse, also das menschliche Wirken und die Landschaftsgestaltung im ländlichen Raum.

Ich beschloss daher, mir bei Herrn Schäfer die Original – Aufnahme zu besorgen, an dieser Stelle sei ihm ausdrücklich für die unkomplizierte und hilfsbereite Kooperation gedankt, um mir für eine an den in der Geographie gängigen Ansätzen und Methoden orientierte Luftbildinterpretation bessere originalgroße Kopien anfertigen zu können.

Meine Motivation für die vorliegende Auswertung des Luftbildes gründet neben dem eigenen fachlichen Interesse vor allem in dem Anliegen, dem interessierten Betrachter und Leser einen kurzen exemplarischen Einblick in das Entstehen und Wachsen einer alten Kulturlandschaft zu liefern. Darüber hinaus ist mir durchaus auch an der Vermittlung heimatkundlicher historischer Zusammenhänge, vor allem für jüngere Menschen, gelegen; von daher habe ich bewusst ein System der Bearbeitung gewählt, in dem sich die Aufnahme in der Mitte des Blattes befindet und die textlichen Informationen um diese herum gruppiert und mit Pfeilen dem jeweiligen Objekt direkt zugeordnet sind, damit zu den theoretischen Fakten sofort ein konkretes Bild und damit eine Vorstellung entsteht.

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(Alleinige Foto-Rechte: Karlheinz Schäfer Bad König/ Scan: R. Veit) )

 

 

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Siedlungs- und wirtschaftgeographische Aspekte zur Luftaufnahme Bad König vom Febr. 1945

kleinparzellierte

Flurstruktur (Real-

erbteilung) (s. u.)

 

Zeller Straße

(alte Überland-

straße)

Mühlbach für die

ehemalige Stadtmühle

im Ortskern (östl. Rand

des Oberdorfs)

 

Bahntrasse

 

 

Schreinerei Kling

 

Gräben und Hohlwege

(z. T. Baum- und

Strauchbewuchs)

 

Momarter Wald  *

(Durch die Nordexposition

kommt hier am Schatten-

hang der Wald weiter talwärts

als auf dem gegenüber lie-

genden südexponierten Hang.)

 

Schwimmbad

 

neuer Friedhof (2. Hälfte

18.Jh.) mit jüdischem Teil

u. karolingischer Kapelle,

die eindeutig auf fränkische

Landnahme u. Besiedlung

hinweist (vgl. Ortskern)

 

jüngere Wohnge-

biete (überwiegend

ab 19. Jh.)

 

mäandrierende Mümling, z.T. mit Ansatz zu Altarmschlingenbildung.

Im nördl. Teil scheint bereits eine Begradigung (Erhöhung der Fließ-

Geschwindigkeit) erfolgt zu sein.

* Hinweis: Nach dem Schattenwurf der Bäume muss die Aufnahme um die Mittagszeit entstanden sein.

 

Grundstück der

Villa Lien mit Villa

im Stil des Histo-

rismus  als Beispiel

der gründerzeit-

lichen Industriali-

sierung zum Ende

des 19. Jh`s (1898)

 

 

 

Schlossareal mit

Schlossplatz, den

beiden Schlössern,

der Kirche und

der Rentmeisterei

als Zentrum des

Ortskernes

Schlossareal mit dem

Schlossplatz, den beiden

Schlössern, der ev. Kirche

und der Rentmeisterei als

Zentrum des Ortskerns

Ackerland u. Gartenland

auf fruchtbareren, nicht

unter Staunässe leiden-

den Aueböden oder auf

in Mulden abgelagertem

periglazialem Lößlehm

 

Streuobstwiesen u.

Weiden auf weniger

fruchtbaren sandigen

Böden des anstehen-

den Buntsandsteins

(nördl. d. Mainstraße)

Drainagebächlein in den Feucht-wiesen der Auenzone des Vor-fluters Mümling

 

Text: Walter Hoffmann  © (31.5.2020)

 

Presse:

Ein Luftbild erzählt Geschichte- Was eine Aufnahme von Bad König aus dem Jahr 1945 erzählt (Titelseite)- Ein Luftbild erzählt Bad Königs Geschichte- Der Geograf Walter Hoffmann zeigt anhand einer Aufnahme aus dem Jahr 1945, was Oberflächenstruktur und Siedlungskörper einer Landschaft uns verraten können. Von Walter Hoffmann (Quelle: Odenwälder Echo vom Donnerstag, 8. April 2021, Rubrik Odenwald, S. 11)

 

 

 

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Besondere Hinweise: Sämtliche Urheberrechte bezüglich der Text-Analysen auf dieser Themenseite gehören ausschließlich Walter Hoffmann, Bad König.

Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

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Generalplan König im Odenwald – Maßstab 1:2000- Jahr 1943

Bad König im Odenwald. Dieser General-Plan aus dem Jahr 1943 vom damaligen König im Odenwald zeigt die Infrastrukturen der früheren kleinen Gemeinde auf. Noch ist die Wohn-Besiedlung ja deutlich kleiner, gewachsen vom historischen Altstadtkern, dem Zentrum insgesamt  mit “Ausstrahlungen” der Bebauung zwischen Bahnhofstraße und Weyprechtstraße, vereinzelt weiteren Häusern Richtung des heutigen Südrings. Andererseits sind noch die “Besiedelungstränge” an der Frankfurter und entlang der Kimbacher Straße bis einstigem Ortsausgang Richtung Öhlmühle ebenso existent. Um dieses “Kern-Areal” herum gruppieren sich in römischen Kernzahlen beschriftete Flure (mit “Unterzahlen”) mit wirklich in allen Himmelsrichtungen meist real mehrheitlich und rechtechteckig langen sowie kleinparzellierten Einzelgrundstücken.

Es ist anzunehmen, dass es eine Vielzahl von diesen geometrischen Wiesen bzw. Ackergrundstücken gab. Die Karte zeigt ja den Maßstab 1: 2000 auf, ist also noch gut zweieinhalb Jahre vor Ende des Zweiten Weltkrieges (vom wem auch immer ?)  annehmbar “tusche-entwickelt” am Reißbrett gezeichnet worden. Eine Meisterarbeit! (Der Generalplan ist aus dem Nachlass von Herrn Karlheinz Hegny, von seiner Ehefrau dem HGV Bad König e.V. übereignet.)

Realiter kann man diesen Generalplan von 1943 (“von unten”) vergleichen auch mit dem realen einmaligen Luftbild, welches ein britisches Flugzeug paar Wochen vor Ende des Zweiten Weltkrieges “von oben” über (Bad) König 1945 aufnahm, wobei der studierte Geograph Walter Hoffmann eine geo-infrastrukturelle Analyse hierzu vornahm.

Vergleichen Sie bitte dazu auf dieser Homepage www.hgvbadkoenig.de die entsprechende Seite:

 

Historie Bad König im Odenwald: Luftaufnahme von großer Rarität  und seltenes Luftbild- Britisches RAF-Aufklärungs-Flugzeug (“544. SQDRN”- 544. Squadron) macht am 16. Februar 1945 ein einzigartiges Bild vom historischen König im Odenwald knapp drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges

(History of Bad König/Germany: A photo above Bad König/Odenwald from 16. February 1945 made by an Royal Air Force Aircraft from the 544. Squadron – nearly three months before the ending of World War II)

 

 

 

(Foto: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V. – Version 4MB)

 

 

Presse:

“Landstrukturen von unten: Der Generalplan von König im Odenwald aus dem Jahr 1943 (Maßstab: 1: 2000)- eine Rarität” (Quelle: Mümling-Bote/ Allgemeiner Anzeiger für Höchst im Odenwald und die Unterzent  vom 16. April 2021- 141. Jahrgang- Nr. 15, S. 3)

 

 

 

 

 

 

 

(Foto: Reinhold Veit- Text: Reinhold Nisch HGV Bad König e.V. Version 2MB)


(Hinweis: Diese Seite ist noch im Aufbau.)

 

Historische Flugzeugaufnahme eines Teils von Bad König im Odenwald-

                                                   Seltene Luftaufnahme aus den frühen 1940er Jahren zeigt eine kaum bebaute Infrastruktur auf der Route nach Momart

 

 

(Alle Scans: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V./Historische Postkarte aus den anfänglichen 1940er Jahren)

 

Interessante Flugzeugaufnahme (Teilfoto) über König im Odenwald, damals Kreis Erbach i.O., im Kriegsjahr 1942

(Bad) König im Odenwald. Gut acht Jahrzehnte später geschehen noch “kleine Wunder”. Unser Neuerwerb zeigt eine historische Postkarte (Scan-Text: Reinhold Veit/Reinhold Nisch), auf der Rückseite datiert vom 24. 5. 1942– etwa zwei Jahre und acht Monate nach Beginn des Zweiten Weltkrieges. Die Badisch-Pfälzische Flugbetrieb AG Mannheim bekommt wohl etwas früher vom RLM (= Reichsluftfahrtministerium) die Genehmigung, das Gebiet über König zu überfliegen: Das noch wenig besiedelte Areal auf der Straße nach Momart- gut zu erkennen sind neben den höheren Bäume- und Büschepartien auch noch größere Flächen mit Obstbaumbeständen- zeigt rechter Hand das damalige Hotel mit Pension “Bodmann” (Willy Bodmann ist der Besitzer und Küchenchef zugleich). Der Werbetext lautet: “Stahlbad König i. Odenwald- Direkt am Walde u. hoch gelegen, mit herrlichen Ausblicken. Zimmer mit fließend Wasser, kalt und warm. Das ganze Jahr geöffnet. Fernruf Nr. 54″. Hoch interessant ist aber zugleich, dass der Schreibende an einen Arbeitskollegen nach Frankfurt am Main diese Karte schickt, in dem er hofft, dass dieser auch noch eine Unterkunft für paar Tage hier finden könne. “Aber “Büchner und Lothammer (früheres Kurhotel am kleinen Kurgarten)… sind Lazarette” und “Schäfer ist für Zimper beschlagnahmt.” Zimmerknappheiten für Private wegen des Krieges.  Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V

 

 

 

(Beschriftete Rückseite der historischen Postkarte, poststempel-datiert vom 24.5. 1942)

 

Anmerkungen zur beschrifteten Postkarte:

Die hier auf der historischen Postkarte durch den Gast gemachte Angabe “Schnur hat seinen Betrieb noch geschlossen, …”  wird durch HGV- Mitglied Katharina Haase orginär näher erklärt: Die “Pension Schnur”Landhaus Karoline– ist das Haus am Kreuzäckerweg von Bad König. Hier wohnte der ehemalige Gastwirt und spätere evangelische Kirchendiener Karl-Bernd Fleckenstein bis zu seinem Tode. Karl- Bernds Großmutter war eine geborene Schnur und stammte aus der ehemaligen Pension. Dieses Gebäude wurde noch lange von den Familien Grasmück/Fleckenstein als Gästehaus betrieben.

 

 

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Die Fotos (Foto-Rechte: Katharina Haase/Scans: R. Veit, beide HGV Bad König e.V.) zeigen den Hotel-Pagen Philipp Orth – wohl aus Zell i. Odw.-  in der ehemaligen Dienstkleidung. Wir haben uns entschieden auch das linke (nicht mehr so qualitativ gute Foto)  zu publizieren, da man doch die archtektonische Außenstruktur mit den Treppenaufgängen erkennen kann und die “überdachte” Terrasse mit Tisch-Stuhl-Garnituren- wohltuend zum Genießen und Erholen in den schöneren Jahreszeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Vergleichen Sie bitte dazu auf dieser Homepage www.hgvbadkoenig.de das einzigartige Luftfoto von (Bad) König im Odenwald vom 16. Februar 1945, zur Genehmigung hier zur Verfügung gestellt von unserem langjährigen HGV-Mitglied Karlheinz Schäfer (Bad König):

Historie Bad König im Odenwald: Luftaufnahme von großer Rarität  und seltenes Luftbild- Britisches RAF-Aufklärungs-Flugzeug (“544. SQDRN”- 544. Squadron) macht am 16. Februar 1945 ein einzigartiges Bild vom historischen König im Odenwald knapp drei Monate vor Ende des Zweiten Weltkrieges

(History of Bad König/Germany: A photo above Bad König/Odenwald from 16. February 1945 made by an Royal Air Force Aircraft from the 544. Squadron – nearly three months before the ending of World War II)

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Pressehinweis:

“Kur-Fremdenverkehr-Historie Bad König im Odenwald- Flugzeugaufnahme des Hauses Bodmann zu Beginn der frühen 1940er Jahre” (Quelle: Bad Königer Stadtnachrichten vom Freitag, 12. März 2021/36. Jahrgang/ Nr. 10/S. 16)

 

 

 

 

(Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.- Stand: 15.03.2021)