(Bildabfolge: HGV-Bilddatenbank/R.Veit)

 

 

Gute Besucherresonanz zum Europäischen Denkmaltag am 12. September 2021 in Bad König im Odenwald

Bad König. Bei gutem und auch sonnigem Wetter waren doch zahlreiche Besucherinnen und Besucher zum kernstädtischen Friedhof  am 12. September 2021 gekommen- sogar von weiter her wie aus Wald-Michelbach oder Ober-Ramstadt u.a.- um das einzigartige Kleinod “Historische Kapelle” zu besichtigen, wobei die Innenführung gerade bei den Heiligen-Zyklen, Abendmahl-Szene u.a. (Wandgemälden) unter Corona-Bedingungen immer in Kleinzahl und Maskenpflicht von Heidi Hoffman als fachkundige Kunst-Expertin vorgenommen wurde. Alle mussten sich auch in eine Liste eintragen (§8 Abs, 1 Corona VO) bzw. die Präsenz in der Luca-App wahrnehmen. Die Außenführungen nahmen Reinhold Veit (bauliche historische Architektur und Renovierungs-Abfolge um das Jahr 2000) und Reinhold Nisch (historische Einordnung, Gräber etc.) vor. Auch gerade die Grabstätte Carl Weyprechts genoss das Interesse zahlreicher Besucher. So war ein junger Mann eigens angereist, um diese mit einer Spezialkamera minutiös zu fotografieren. Anlass war in Oberschülerjahren das seitdem geweckte Interesse durch die Lektüre von Christoph Ransmayrs Roman “Die Schrecken des Eises und der Finsternis”, übrigens schon längst ein Klassiker, wo die Nordpolar-Expedition (Weyprecht-Payer-Mission ab 1872) eine kardinale Rolle spielt. Großer Dank auch an Renate März und Heidi und Walter Hoffmann, welche im Vorfeld auch die “Auskehrung” der Kapelle u.a. vornahmen. Ihr HGV Bad König e.V.

 

 

 

(13.09.2021)

 

Wilhelm Guntermann- ein prägendes Mitglied der “Hollerbacher Maler-Kolonie”- Wer kennt dessen genaue “Lebensspuren” in Bad König?

Bad König. Pfarrer i.R. Gerhard Schäfer brachte “die Sache ins Rollen”. Im familiären Forschungsbereich eines Buchprojektes zu einem Maler aus dem Münchener Bereich stieß man beiläufig auf den Maler Wilhelm Guntermann (geboren am 19.03.1887 in Bensheim, gestorben am 23.11.1976 in Darmstadt). Guntermann studierte zusammen mit Arthur Grimm an der renommierten Kunstakademie Karlsruhe bei Wilhelm Trübner und Ludwig Schmitt-Reute noch fast zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Später gehörte er mit dem Studienfreund Grimm der berühmten “Hollerbacher Malerkolonie” an, zu der sich weitere Kunstschaffende gesellten. Heute gehört Hollerbach zu Buchen im Odenwald. Dennoch fällt- was man bis jetzt so weiß- Wilhelm Guntermanns Werk in seiner Gesamtheit auf und unterscheidet sich doch sichtbar von dem anderer aus der Hollerbacher Künstlerkolonie, vielleicht auch durch Guntermanns “Studienreisen der Inspirationen” nach Italien, in die Niederlande, nach Belgien und Frankreich. Die Frage aber ist: Aus welchen Beweggründen weilte der Künstler in König im Odenwald? Vage, also noch ungenaue Recherchen ergaben, dass es vielleicht schon 1939 geschehen sein könnte. Der Künstler war aber noch in Bad König bis 1965, wo es ihn dann nach Darmstadt hinzog und bis ins hohe Alter dann weiter wirkte.*  Bekannt ist nun durch HGV-Mitglied Katharina Haase, dass Guntermann im Trakt der Villa Tramontana– die dem Ehepaar Mühlhäuser zu eigen war- sein Domizil hatte, dort mit angeschlossenem Künstler-Atelier. Wer selbst oder vom Weitererzählen noch mehr dazu beitragen kann, der möchte sich doch bei Pfarrer Gerhard Schäfer oder bei den Mitgliedern des HGV-Vorstandes bitte melden.  Interessant wäre auch, die Frage, welche Kunstwerke Wilhelm Guntermann in seiner “Königer Zeit” kreierte. Wie lange er hier war? Es mag wenigstens einen Versuch wert sein. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Eines ist aber gewiss: Die malerische Schaffenskraft Wilhelm Guntermanns zeichnet sich durch eine gewaltige Bandbreite aus, denkt man nur an so unterschiedliche Kunstwerke wie exemplarisch “Kirche im Odenwald”, “Stilleben mit Sonnenblume”,“Mediterrane Flusslandschaft” oder gar “Siesta v prístavu” *- ein bestechend wie farblich nuanciert prächtiges Gemälde im “Dreischritt” (zwei sich unterhaltende junge Frauen mit Obstkorb neben Booten am südlichen Strand- Häusersilhoutte-aufsteigende Gebirgskette).

* Hollerbacher Maler-Kolonie, Ausstellungskatalog von 1980, S. 27

 

 

 

***Villa Tramontana  mit Kunst-Atelier (Scan: R. Veit/HGV Bad König e.V.-Bilddatenbank): So könnte es etwa atmosphärisch ausgesehen haben, wo auch hier der  Künstler Wilhelm Guntermann– Mitglied der berühmten Hollerbacher Maler-Kolonie später in König im Odenwald wohnte und malerisch wirkte.

 

 

 

Literatur:

“DIE HOLLERBACHER MALERKOLONIE – Harold Bruntsch-Rudolph Burckhardt-Waldemar Coste-Arthur Grimm-Wilhelm Guntermann– Ejner Quaade- Franz Wallischek

Ausstellungskatalog im Bezirksmuseum Buchen im Odenwald vom 29.Juni bis 3.August 1980 (Hrsg. Michael Sieber/Redaktion  Michael Sieber, Dr. Lilo Krieg -Sieber, Druckerei Odenwälder, Buchen 1980)-Gedruckt mit Unterstützung des Ministeriums für Wussenschaft und Kunst Baden-Württemberg

 

 

Maler Wilhelm Guntermann (ohne Altersangabe und Jahr/Quelle: siehe oben: Hollerbacher Malerkolonie/Ausstellungskatalog unter Literatur)

 

 

* Wilhelm Guntermanns  Gemälde “Siesta v prístavu”

Quellenangabe:  http://www.artnet.de/künstler/wilhelm-guntermann/siesta-v-přístavu-2Aba51haGIHcCF4fOPnkGw2

 

 

 

 

 

 

 

Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

Wer etwas zur Bad Königer Zeit vom Maler Wilhelm Guntermann also beitragen kann, der melde sich bitte: mail@hgv-badkoenig.de    Vielen Dank im Voraus!

 

(Stand: 10.09.2021)

Historische Kapelle Bad König (Postkarten-Motiv nach einem Original von Max Lutz)

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Europäischer Denkmaltag 2021 in Bad König im Odenwald

Bad König. Auch in diesem  Jahr 2021 findet am kommenden Sonntag, 12. September 2021 der Europäische Denkmaltag /European Heritage Day statt. Dazu leistet Bad König mit Hilfe des hiesigen Heimat- und Geschichtsvereins Bad König e.V. wieder einen  Beitrag. Auch diesjährig gelten die besonderen Abstandsregelungen für die Besucherinnen und Besucher und gerade bei der Kapellen- Besichtigung im Innern die geringe gleichzeitige Besucherzahl.

Die verschiedenen HGV-Vorstandsmitglieder werden an diesem Sonntagnachmittag von 14 Uhr bis 18 Uhr den interessierten Besucherinnen und Besuchern aus der Nähe wie aus der ferneren Region zur Historischen Kapelle auf dem Friedhof Bad König (Kernstadt) sowie zu den historischen Grabstätten (Weyprecht, Groh, Vetter, Lien, den Kurpionieren etc.) Rede und Antwort stehen, Erklärungen dazu geben und- wenn gewünscht- auch darüber themenbezogen kurz referieren. Zudem gibt es bei Carl Weyprechts Grabstätte neue Forschungsergebnisse. Dennoch können gerade auch “Denkmal-Besucher” an diesem Sonntag- eigentlich Kerwesonntag in Bad König selbst – davor oder danach doch “im Städtchen” selbst  sowie auch in den Stadtteilen wie Zell, Momart, Fürstengrund etc. einkehren bzw. einen Gang duch das historische Zentrum mit den beiden Schlössern absolvieren oder einen Spaziergang um die Bad Königer Seen unternehmen, wie es auch in den letzten Jahren bei sonnigem Spätsommerwetter stets schon traditionell war. Auch das neu eröffnete Technikmuseum in der Denkmalstätte “Alte Zigarrenfabrik” in Bad König an der Kimbacher Straße im Nahbereich des Friedhofes ist sehr zu empfehlen und bietet eine neue Attraktion zur Bereicherung des Odenwaldes.  Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

Historische Kapelle Bad König (mit neuem Aufgang und neuem Handlauf) 

 

Historische Kapelle Bad König  (Postkarten-Motiv nach dem Originalgemälde der Künstlerin Heidi Hoffmann, Bad König)

 

 

 

 

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Zell im Odenwald  – Das Langenbrombacher Tal aus der Sicht des Jahres 1960

Bad König im Odenwald. Frau Hedwig Danielewicz  aus  dem damals geteilten Berlin (hier West-Berlin) weilte einst im  Bad König des Jahres 1960 zur Kur. Es werden auch Ausflüge bzw. Spaziergänge in die damals selbstständigen Umgebungsgemeinden von Bad König unternommen. Die von der Kurdame  gemachte einmalige Aufnahme (Scan: Reinhold Veit) geht optisch bei Zell ins Langenbrombacher Tal: Natur pur! Wunderschön anmutend sind die “ineinander lappenden” Höhenzüge der einzelnen Wälder anzusehen, gleichfalls die einen Schatten spendende, doch einseitig stehende Laubbaum-Reihe an der schmalen und sich hinziehenden Straße, an deren anderer Seite eine kleine wie überschaubare Ackerfläche bestellt wurde, wobei dieses Langenbrombacher Tal von einem saftig-grünem Wiesenstrang begleitet wird.

Und im Nahbereich wurde erst später der Streckenabschnitt der “neuen B45” mit dem Kreuzungsbereich “Zell/Langen-Brombach” vollendet.

 

(Foto: Hedwig Danielewicz/ Scan: Reinhold Veit)

 

 

(HGV Bad König e.V. -22. August 2020)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der nunmehr historische Eingang zum Odenwald-Sanatorium des Jahres 1960

Bad König im Odenwald. Wir schreiben das Jahr 1960. Deutschland ist zweigeteilt- gut fünfzehn  Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und wird es dann im kommenden Jahr mit dem Mauerbau vom 13. August 1961 in den  folgenden 28 Jahren noch mehr bleiben. Aber zurück in den Odenwald… zu dem prosperierenden Kur- Bad König. Es gibt in der damaligen Gemeinde sehr viele Übernachtungsgäste und zudem insbesondere eine hohe Zahl von Kurgästen, so auch im einstigen Odenwald-Sanatorium an der Waldstraße, wobei die Erweiterung durch einen größeren Ergänzungstrakt noch im Werden ist. So existierte gleich rechter Hand dieser Straße fast zur Abzweigung Jahnstraße ein kleiner Pavillon mit “Goldrahm”-Fenstern und Schalter im architektonischen Stil dieser Zeit, der immer bis in die Abendstunden so bis 22.15 Uhr personell besetzt war, meist da mit einer männlichen Person, den die “alten Kinnicher” dann liebevoll “des Hermännche” nannten. Denn um 22 Uhr fanden die abendlichen Ausgänge der hier im Odenwald-Santorium mehrheitlich vierwöchig weilenden weiblichen Kurgäste  gerade in den schönen Sommermonaten stets ein Ende- und unser geduldiger Pförtner musste dann allabendlich den Einlass der fröhlich und lustig zurückkehrenden Kurenden kontrollierend gewähren. Denn am nächsten Morgen nach dem Frühstück waren ja wieder therapeutische Anwendungen je nach ärztlichen Verordnungen aufgrund von individuellen Vorgeschichten obligatorisch angesagt.

Weiteres- auch zur damit verbundenen Geschichte mit den berühmt berüchtigten “Bad Königer Kurschatten”- verschweigen wir an dieser Stelle galant, verweisen aber auf später eventuell kommende und ergänzende Expertisen auf unserer Homepage (Foto aus Nachlass Frau Hedwig Danielewicz,Berlin, die 1960 im Hause Ludwig Schum zur Kur weilte, nunmehr im Alter von 96 Jahren verstarb.(Repro-Text: R. Veit- R.Nisch) Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

Die breite Streuung des Angebotes vom “Körner-Geschäft” in der zentralen Königer Alexanderstraße von 1913- Körner holt berühmte Cigaretten-Marken nach König und den Odenwald

Bad König im Odenwald. Auch in dieser Anzeige von 1913- eingerahmt durch wunderbare Ornamente des Jugendstiles- erkennt man das Waren- und Dienstleistungsangebot von “Wilh. Körner Ww “(=Witwe) aus der Alexanderstraße in all seiner Vielfalt: Kolonial-, Material- und Farbwaren. Dazu existierte noch eine Eisenhandlung. Und auch Zigaretten und Zigarren waren in der Offerte, letztere vermutlich aus örtlicher Produktion, da es ja hier einige “Cigarren-Manufakturen” unterschiedlicher Größe gab. Auffällig ist auch wieder, dass einige Geschäfte (sehen Sie bitte in einer früheren Ausgabe dieser historischen Anzeigen-Serie dazu das Schuhlager von Adam Eckel in der Kimbacher Straße) auch Agenturen von Versicherungen (hier nun Feuer- und Lebensversicherungen) inne hatten, wobei man ergänzen kann, dass erst so richtig nach Gründung des Deutschen Kaiserreiches (1870/71) das Banken- und Versicherungswesen “an Fahrt aufnahm”. (Scan-Text: R.Veit- R.Nisch) Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

 

 

 

 

Weitere Hinweise zu dieser Anzeigen-Werbung von König im Odenwald von 1913: Mit “Niederlage” ist wohl in heutigem Sinne “Niederlassung” gemeint, wobei hier garantiert wird, dass an Wiederverkäufer zu Sonderkonditionen (zu Fabrikpreisen) ausgeliefert und verkauft wird: So wurden u.a. auch berühmte Produkte von Garbaty und Batschari angeboten.

 

Garbaty

Garbaty Zigarettenfabrik

1881 gründete Garbáty-Rosenthal die Zigarettenfabrik Garbaty in Berlin. Bekannte Marken waren Königin von Saba und Kurmark. 1929 übernahmen seine beiden Söhne Eugen und Moritz den Betrieb. Im selben Jahr erwarben Reemtsma und Haus Neuerburg den 50% Geschäftsanteil von Eugen Garbaty.
1938 wurde die Garbaty Zigarettenfabrik „arisiert“ und an eine Investorengruppe um Dr. Jakob Koerfer verkauft. Reemtsma übertrug daraufhin seine Anteile an die neuen Eigentümer.
Die Familie Garbaty konnte 1939 in die USA emigrieren.
Kurz nach der „Arisierung“ wurde auf der Zigarettenschachtel „Königin von Saba“ das Portrait Garbatys durch das Portrait eines Orientalen ersetzt.
Nach dem Krieg wurde die Garbaty Zigarettenfabrik verstaatlicht und als VEB Garbáty geführt und 1960 zusammen mit Josetti dem VEB Vereinigte Berliner Zigarettenfabriken zusammengeschlossen.
Die Rechte an der Marke Kurmark verkaufte Jakob Koerfer nach Kriegsende an die BAT, die daraufhin die Produktion der beliebten Vorkriegszigarette wieder aufnahm.

Zigarettenmarken:
Baccarat
Buschenschaftler
Corsini
Duke of Edinbourgh (1914 umbenannt in Flaggengala)
Duke of York (1914 umbenannt in Graf Yorck von Wartenburg ?)
Flaggengala (bis 1914 Duke of Edinbourgh)
Gold-Saba
Graf Yorck von Wartenburg (bis 1914 Duke of York)
Herzog Alfred
Königin von Saba
Kurmark
Landesflagge
Liebesmahl
Matos
Meine Passion
Partout
Passion
S.C.
Sonderklass

(Quellennachweis: cigabox.de/zigarettenfabriken/garbaty-zigarettenfabrik.de/Stand: 13.07.2021)

A. Batschari

Batschari-Zigarrenfabriken

August Batschari erhielt nach dem Besuch der Volksschule eine Stelle als Kaufmannsgehilfe bei dem Baden-Badener Zigarren- und Zigarettenhändler Heinrich Rheinboldt. Die Produkte, die in einer gemieteten „Boutique“ beim Baden-Badener „Conversationshaus“ verkauft wurden, stellte Rheinboldt in einer kleinen Tabakmanufaktur her. Da Zigaretten seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer beliebter wurden, widmete sich Batschari ganz der Zigarettenproduktion. Als er 1880 Rheinboldts Tochter Anna (1852–1922) heiratete, überließ sein Schwiegervater ihm die Zigarettenproduktion als Existenzgrundlage, während die Zigarrenherstellung später auf Rheinboldts Söhne überging. Batschari war erfolgreich, seine Produktion überschritt bald den „handwerklichen“ Maßstab einer Manufaktur und wurde zur Fabrik. Als er 1899 sein neu errichtetes Geschäftshaus Balzenbergstraße 64 bezog, stellte er bereits 110.000 Zigaretten pro Tag her. Auch dieser Betrieb wurde schon nach wenigen Jahren zu klein. In dem 1906–1907 errichteten Fabrikneubau zwischen der Balzenbergstraße und der Mozartstraße entstanden fertigten moderne Maschinen in den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg 1,5 Millionen Zigaretten täglich. Die Inbetriebnahme dieser Fabrik bedeutete für die Kurstadt den Beginn ihrer industriellen Phase. In allen bedeutenden europäischen Städten hatte Batschari Verkaufsstellen eingerichtet; sogar in New York, an der Ecke Madison Avenue / 46th Street, gab es eine Niederlassung. Zweigwerke entstanden u. a. in Bingen, Mainz und Worms (alle drei im damaligen Großherzogtum Hessen).

Der gesellschaftlichen Erwartung an erfolgreiche Unternehmer entsprechend, unterstützte August Batschari aus seinem privaten Vermögen gemeinnützige, vor allem kulturelle Zwecke. Er beteiligte sich mit einer Spende an den Baukosten für die Kunsthalle Baden-Baden. 1911 ließ er das „Waldhaus Batschari“ bauen, eine steinerne Schutz- und Aussichtshütte beim Korbmattfelsen am heutigen Panoramaweg Baden-Baden, die er der Stadt Baden-Baden schenkte. Er stiftete den Batschari-Preis für das Iffezheimer Pferderennen in Höhe von 50.000 Mark. Im Gegenzug bekam er verschiedene öffentliche Auszeichnungen: Auf Grund der hohen Qualität seiner Produkte erhielt er den Titel eines großherzoglich badischen Hoflieferanten[1], und 1923 – kurz vor seinem Tod – ernannte ihn die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Ehrensenator. Begraben wurde er auf dem Hauptfriedhof Baden-Baden.

 

Unter A. Batschari bzw. Batschari oder auch ABC (für August Batschari Cigarettes) firmierte eine deutsche Zigarettenfabrik, die 1899 von August Batschari (1854–1923) in Baden-Baden gegründet wurde. Batschari zählt neben Garbáty und Manoli zu den Zigarettenfabriken, die im frühen 20. Jahrhundert auf ambitionierte Reklamekunst setzten und berühmte Grafikdesigner wie Hans Rudi Erdt, Ivo Puhonny, Lucian Bernhard und Ludwig Hohlwein beauftragten. Heute sind die alten Emailleschilder, Zigarettendosen, Plakate, Reklamemarken und Werbeinserate von Batschari gesuchte Sammlerstücke

 

(Quellennachweis: www.wikipedia.org/wiki/A._Batschari /Stand: 13.07.2021)

 

 

Nestor

Nestor Gianaclis Cigarettenfabrik

 

Die Nestor Gianaclis Cigaretten- und Tabakwarenfabrik war ein deutscher Tabakhersteller. Das Unternehmen wurde 1910 gegründet, brachte 1931 unter der Marke „Lord“ die erste nikotinarme Zigarette auf den Markt und ging 2002 im BAT-Konzern auf.

Geschichte

Nestor Gianaclis war ein griechischer Tabakfabrikant aus Kairo, dessen Familie 1910 in Frankfurt am Main die Nestor Gianaclis GmbH mit dem Zweck Zigaretten in Deutschland zu produzieren gründete. Als Werbegrafiker wurde in den 1920er Jahren Max Bittrof engagiert, der Anzeigen im Stil der neuen Sachlichkeit entwarf und den Orientalismus zugunsten des Bildes eines modernen Menschen aufgab.

1980 war Nestor Gianaclis der neuntgrößte von damals zwölf Zigarettenherstellern in Deutschland.[1]

Später lizenzierte Nestor Gianaclis die Marke „Lord“ an die Martin Brinkmann AG.

Die Nestor Gianaclis Cigarettenfabrik Gesellschaft mit beschränkter Haftung wurde 2002 nach mehreren Sitzverlegungen (zunächst nach Mainz, 1962 nach Wiesbaden, nach 1994 Bremen) auf die British American Tobacco Germany GmbH verschmolzen[2][3]

Ab 1993 bestand zudem als hundertprozentige Tochtergesellschaft die Nestor Gianaclis Cigaretten- und Tabakwarenfabrik GmbH mit Sitz in Hofheim am Taunus, wo bis zum Jahr 2000 Zigaretten produziert wurden. Noch im Gründungsjahr wurde diese Tochtergesellschaft an eine niederländische Holding verkauft, 2009 erfolgte ein Management-Buy-out.[4] 2010 wurde der Sitz nach Nordhorn verlegt,[5] dann nach Stralsund, wo die Gesellschaft schließlich 2014 nach Aufhebung des 2012 eröffneten Insolvenzverfahrens gelöscht wurde.[6]

 

(Quellennachweis: www.wikpedia.org/wiki/Nestor_Gianaclis_Cigarettenfabrik/ Stand: 13.07.2021)

 

 

Kleydorff

Menes Zigarettenfabriken Wiesbaden

Noch etwas vage, aber es ist zu vermuten, dass die (von) Kleydorff-Zigarette auch bei Menes Zigarettenfabriken Wiesbaden hergestellt wurde, im Ersten Weltkrieg machte aber deren Zigarettenmarke “Bulgaren-Held” große Furore, deren äußerliche Bild-Exponate und sonstige Werbung kann man noch in Internet gerade im angelsächsichen Bereich sehen.

 

 

 


(Bearbeitung/Stand: 14. Juli 2021)

 

Geschäfte-Historie König im Odenwald: Hut- und Modewaren in König im Odenwald 1913 – ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg


 

(Scan: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V.)

 

 

 

Bad Königs historische Bahnhofstraße im stetigen Wandel der Geschäfte-Strukturen

Bad König im Odenwald. Bei dieser historischen Bad Königer Geschäfte- Werbung von 1913 sticht eine Anzeige besonders hervor (untere Hälfte): Es ist das Geschäft von Marie Hartmann in der Bahnhofstraße*, wobei der damalige Standort nicht exakt lokalisiert werden kann. Marie Hartmann offeriert “Hut- und Modewaren” vom Feinsten, ihre Spezialität sind hierbei “feine Damenhüte”, vermutlich u.a. auch ein Angebot für die ersten Kur-Damen, z.B. für die bürgerlich geprägten “Frankfurter Mädchen”, dies alles noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914. Zu den Geschäfte-Strukturen auch der Bahnhofstraße, die über die Dekaden hinweg im stetigen Wandel sich befindet: Wer kennt/kannte in der “Blüte -Phase” der Bad Königer Kur (1950er bis 1970er Jahre, auch noch etwas später) denn noch

die Waren- und Dienstleistungs- bzw. Gaststätten-Angebote von “Seitze- Käthel”, ” Optiker Fred (`Schicago`) Schikatis”, “Hand-Weber-Koch”, “Gambrinus Hojer”, “Weimars Gute Stuben” bzw. “Viemanns Café”, Café Walther”, Uhren-Schmuck- Lenz”, “Uhren-Schmuck-Löschke”, “Uhren-Schmuck-Heger”, “Fisch- und Feinkost-Trojan”, “Modehaus Rebscher, “Frisör Grasmück”/ “Zoo-Gaydoul”, “Drogerien Berle und Busch”, “Coop-Markt”, Beginn vom City Kaufhaus, Foto-Umbreit” auch “Frisör-Geschäfte Wahl, Koch und Rebscher”, “Futter- und Lebensmittelhandlung Hallstein &. Fischer”, “Elfenbein-Schmuck Rodenhausen”, “Bäckerei Jakob Horn”,”Kurzwaren Geschwister Zimmer”, “Schmucker-Stube” “Lebensmittel- Fleckenstein”, “Schreibwaren- Zeitschriften- Geschäfte Joh. Vetter und Weichel”, “Café Laub”/Café Schäfer, die “Kfz-Werkstätten bzw. Autohäuser “Schäfers, Christian” und “Auto-Heilmann” mit Tankmöglichkeiten u.a.  (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Die obere Hälfte dieser Anzeigen-Seite offeriert noch die Waren-Palette von “Mahns Blumenfabrik aus Neckarsteinach” und verrät, dass deren Produkte vor mehr als 100 Jahren auch schon nach König in den Odenwald geliefert wurden. Wahrscheinlich war diese Anlieferung auch schon vom Neckar mit der Odenwald-Bahn möglich, da deren letzter Streckenabschnitt zwischen Eberbach und Erbach i.O. um etwa 1882 realisiert wurde und über diese Sache der ehemalige “Bad Königer Bub” Walter Kutscher mit anderen Mitstreitern zusammen gegenwärtig recherchiert und forscht, um Neues in Erfahrung zu bringen. (Scan-Text: R.Veit/R. Nisch) Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

*   Das Hüte-Geschäft von Marie Hartmann befand sich laut Frau Grobe/Hartmann (jetzt Erbach im Odenwaldkreis) früher in der Königer Bahnhofstraße,  wo derzeit der Sitz der Literaturhandlung  Paperback/Bahnhofstr. 43 sich befindet.

 

Zur übergeordneten Situation des Jahres 1913 ist das Buch zu empfehlen: Florian Illies: “1913: Der Sommer des Jahrhunderts”, Verlag S. Fischer 2012

 

 

 

 

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Die Romantik in der Kunst

Johann Rudolf Follenweiders Baum- und Natur-Studien – eine Auswahl zum besseren Verständnis des Schweizer Landschaftsmalers Johann Rudolf Follenweider (1774-1847)-

dem Maler von Bad Königs ältestem Gemälde

 

(Diese Seite ist noch im Aufbau, bedarf eines längeren Zeitraumes der Bearbeitung.)

 

 

Bad Königs ältestes Gemälde von Johann Rudolf Follenweider aus Basel

(Foto bzw. Scan: Reinhold Veit, Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V. – Daraus wurde vor paar Jahren eine Postkarte entwickelt. Zu Johann Rudolf Follenweider sehen Sie bitte auch die weiteren Themenseiten auf dieser Homepage www.hgv-badkoenig.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

Laubbaum mit drei Hauptästen und hoher Krone

Bleistift

Blatt: 34,4 x 21, 6 cm

Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Ankauf 1943

Inv. 1943.577

Blatt: 34.4 x 21.6 cm; Bleistift; Inv. 1943.577  Johann Rudolf Follenweider    Gemeinfrei – Quelle: Kunstmuseum Basel – Sammlung online 17.06.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Blatt: 21 x 34.2 cm; Bleistift; Inv. 1943.578  Johann Rudolf Follenweider    Gemeinfrei- Quelle: Kunstmuseum Basel- Sammlung online 17.06.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kirschbaum

Der Kirschbaum blüht, ich sitze da im Stillen,

Die Blüte sinkt und mag die Lippen füllen.

Auch sinkt der Mond schon in der Erde Schoß

Und schien so munter, schien so rot und groß;

Die Sterne blinken zweifelhaft im Blauen

Und leidens nicht, sie weiter anzuschauen-

Achim von Arnim (1781-1831)

 

Vertiefende Anmerkungen: Allerhöchst gigantisch große Literatur/Lyrik der deutschen (Heidelberger) Romantik, ganz damals in unserer Odenwald-Nähe und Ausstrahlung zu uns hinein: Die Arnims- und deren wunderhübsche Schwester Bettine (Man denke auch an “Goethes Briefwechsel mit einem Kinde” – sie war übrigens auf einem letzten 5 DM-Schein abgebildet) taten viel, auch über die Erkenntnise zur heutzutage mehr denn je zu beschützenden Natur nachzudenken, dies jetzt in einer Gegenwart, wo nunmehr über 8 Milliarden Menschen auf “Mutter Erde” derzeit weilen. Jetzt werden sogar (in Pandemie-Zeiten) Ringvorlesungen, wie an der Johann Wolfgang Goethe- Universität Frankfurt am Main im gegenwärtigen Sommersemester 2021 online angeboten, die auf “Ökologische Ursprünge in der Dichtkunst” des anfänglichen 19. Jahrhunderts hinweisen, so in der Zeit, wo ein bescheidener Baseler Maler namens Johann Rudolph Follenweider von der Schweiz aus aufbrechend im mitteleuropäischen Norden vorübergehend weilte, um zufällig (?) das älteste Gemälde des damaligen (Bad) König im Odenwald zu erschaffen und etwas später “Kinnicher Buben” starteten, um, wie Carl Weyprecht, jetzt als Kind zuvor hier in Königs Zentrum lebend und aufwachsend – die Nordpolar-Region entdeckend erforschte, dies mit bleibenden Nachwirkungen hin zur Gegenwart und ein Karl Bender/Charles Bendire zu einem der anerkannt größten Ornithologen Nordamerikas wurde und auf dem US-Nationalfriedhof Arlington/Washington begraben liegt, wo auch u.a. US- Präsident John F. Kennedy seine letzte Ruhestätte fand. Maler Georg Vetter und Dekan Groh blieben hier auf mitteleuropäischem Boden, gleichfalls aber an Nachruhm ungeschmälert: Aber sie verwirklichten, entwickelten ihre Begabungen/Talente hier im früheren (Bad) König sowie in der weiteren Umgebung! Was lernen wir daraus? Appell gerade an die junge Schüler*innen- Generation in Zeiten des turbulenten Umbruches, pandemisch begleitet. Ein jeder, aber wirklich ein jeder Mensch hat irgendwo in seinem “tiefen Inneren” eine starke Eigenschaft/Fähigkeit/Begabung! Hören Sie bitte in sich hinein! Nutzen Sie bitte diese Chance!

 

Presse:

“Die Heidelberger Frühromantik und ihre Ausstrahlung in die Unterzent des Odenwaldes hinein” (Quelle: Mümling-Bote/Allgemeiner Anzeiger für Höchst im Odenwald und die Unterzent/141. Jahrgang/64739 Höchst i.Odw./Erbacher Str. 2/Tel. (06163) 2264/04. Juni 2021/70 Cent/Nr. 22, S. 3)

 

(Stand: Juni 2021)

 

 

Der nordwestliche Teil des Kurgartens von Bad König im Jahre 1958 mit der Minigolfanlage, den ihn flankierenden Gebäuden des Kursanatoriums Müller und des Lehrerhauses

 

(Scan: R.Veit/HGV Bad König e.V.-Datenbank)

 

Bad Königs Kurgarten in den späten 1950er Jahren

Bad König. Die damalige Gemeinde Bad König prosperiert in jeder Hinsicht: Es sind die sogenannten Wiederaufbaujahre (“Wirtschaftswunderjahre”), natürlich wie zu jeder Zeit auch mit Licht- und Schattenseiten. Aber auch hier für Bad König kann gesagt werden: Es wird gearbeitet, gebaut etc.- und Kur und Fremdenverkehr wie Geschäfte sowie Hotels und Cafés, Tanzlokale und Restaurants prosperieren in einem aufsteigenden Maße. Unsere weitere historische Aufnahme zeigt den nördlichen Teil des Kurgartens mit dem durchgeleiteten Kimbach aus dem Jahre 1958 mit der noch jungen Mini-Golf-Anlage sowie dem “Ausgabehäuschen” vorne rechts an einem sonnigen Sommertage. Im Hintergrund befindet sich das Kursanatorium Müller (rechts) und mittig das “Lehrerhaus”, welches von den Lehrkräften Adam Grenz (Chemie/Physik/Mathematik) und Kurt Reiher (Deutsch, Mathematik, Werken/Wohnung oberes Stockwerk) und deren Ehefrauen wie Kindern bewohnt wurde. Ganze Schülerinnen- und Schülerjahrgänge der 1950er/1960er Jahre wurden u.a. von den beiden fachlich und praktisch kompetenten Pädagogen unterrichtet. Heutzutage ist dieser fotografische Blickwinkel zum dato umgebauten Haus “versperrt”, da sich davor eine Gruppe von schönen Mammutbäumen mit Seltenheitswert in der Region befindet, und am Westeingang liegt der vom hiesigen Obst- und Gartenbauverein eingerichtete und gepflegte, sehr sehenswerte Bibelgarten, gleichfalls mit Alleinstellungsmerkmal. Bleibt noch anzumerken, dass auch dieses Areal fünf Jahre zuvor von der “Bad Königer Jahrhundertflut” (19. Mai 1953) heimgesucht wurde. Weitere Themenseiten dazu finden Sie auf dieser Homepage.   Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

(Stand:18.05.2021)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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