Der Baseler Künstler Peter Birmann aus der gleichnamigen renommierten Maler-Schule schenkt seinem hochtalentierten und erst 12 Jahre alten Schüler Adolf Follenweider (dem Sohn von Johann Rudolf Follenweider, der das älteste Bad König-Gemälde schuf) den “Wohleingerichteten Schreib-Calender auf das Jahr 1814”

 

Mit kalligrafischer Widmung eingetragen und auf den Vorderdeckel (links unten) geklebt: “Diesen Preis erhält der hoffnungsvolle Schüler Ad. Follenweider als der erste seiner Klasse im Frühlingsmonat 1835 von seinem Lehrer P. Birmann.”

Peter Birmann (1758-1844) – dessen Werk von der “Teufelsbrücke” u.a. Berühmtheit erlangt/Museum Winterthur- unterrichtet offenbar den noch sehr jungen Sohn seines Künstlerkollegen Johann Rudolf Follenweider (1774-1847), Adolf Follenweider (1823-1895) und schenkt dem Zwölfjährigen dieses Büchlein, vor allem dessen noch unbenutzten Durchschüssen (Leerseiten) wegen, die der hochtalentierte Junge für Zeichnungsübungen nutzen kann, und der nutzt sie intensiv, wie wir hier schnell feststellen können!

 

(Privatbesitz /Sämtliche Scans von Reinhold Veit/Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Harmonie des Häuser-Ensembles inmitten der Markanz von Bäumen

 

Blätterzweig- und Objekt-Studie

 

Burg- bzw. schlossähnliches Anwesen auf Anhöhe mit naturellem Umfeld

 

Pferde-Studie mit zweitem Ansatz im Hintergrund und eigenem Namenszug

Floristische Studien

Gebäude-Ensemble

 

Studie eines Hauses

Truthahn und Schwan/eingeklebt)

 

 

Sehen Sie sich bitte auf dieser Homepage www.hgv-badkoenig.de weitere Berichte zu den Follenweiders an.

Weiteres zu den Follenweiders in: Boerlin-Brodbeck, Yvonne und Gustav Coutelle: Johann Rudolf Follenweider und sein Sohn Adolf Follenweider. Die Schenkung Hermann und Maja Spiess-Schaad, Kunstmuseum Basel, 1983

 

 

(Unser Titelbild zeigt die frühere Haas`sche Apotheke im historischen Bad König/Foto: HGV Bad König e.V.-Bilddatenbank- Repro: Reinhold Veit. Zum wissenschaftlichen Bericht in “gelurt” 2020 von Norbert Allmann, Vielbrunn)

 

Das neue Odenwälder Jahrbuch “gelurt” 2020 ist eine wahre Fundgrube- viele Bad König-Themen dabei- stets alljährlich ein schönes Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk!

Am Mittwoch, 27 11. 2019, erfolgte die Buchvorstellung des neuen Jahrbuches “gelurt” 2020 im Landratsamt des Odenwaldkreises in Erbach im Beisein der Autorinnen und Autoren.

In diesem Jahrbuch- eine wahre Fundgrube nicht nur für alle heimathistorisch Interessierten- sind auch dieses Mal eine ganze Reihe von Autoren vertreten, welche historische Themen mit Bezug zu Bad König bearbeitet und erschlossen haben (sieh unten):

 

Historische Bad König-Themen im neuen “gelurt” 2020 *

(* Quelle: “gelurt” Odenwälder Jahrbuch für Kultur und Geschichte 2020 – Herausgegeben vom Kreisarchiv des Odenwaldkreises, ISBN: 978-3-9815625-9-0/ ISSN: 0947-4870 – Preis 18,00 Euro- Druck: M&K Satz-, Druck- und Verlags-GmbH Michelstadt, Erbach im Odenwaldkreis- 27. November 2019)

 

 

Thomas Seifert: Recht in Trümmern- Die Zerstörung des Rechtsstaates in der Zeit des Nationalsozialismus, dargestellt an zwei Beispielen aus dem Odenwald. S.9- 38 . (Der aus Nieder-Kinzig stammende Oberstaatsanwalt i.R. erforscht in einer Untersuchung thematisch zweifach ein trauriges Kapitel zur Geschichte des einstigen König und des Odenwaldes in der Zeit des Nationalsozialismus.)

Peter W. Sattler: Die Ölmühle im Kimbachtal bei Bad König- Gründung, Blüte und Niedergang einer Industrieanlage im Odenwald, dito S. 297- 308 (Ein “heimathistorisches Urgestein” mit hoher Publikationsdichte ist der aus Mossautal stammende Dr. Peter W. Sattler, der dieses Mal der Geschichte der Ölmühle im Kimbachtal bei (Bad) König akribisch nachgeht.)

Johann Heinrich Kumpf: Wegbereiter des Automobilismus im Odenwald. Die Kraftfahrzeugbesitzer im Kreis Erbach 1909, dito S. 275- 296. Der aus Etzen-Gesäß stammende Autor Dr. Johann Heinrich Kumpf, heute Berlin, ist alljährlich für historische Neu- bzw. Wiederentdeckungen gut, kümmert er sich doch um die ersten Autobesitzer an verschieden Orten im Odenwald, dies alles noch im Kaiserreich. Da dürfen die raren Automobil-Eigentümer aus dem damaligen König im Odenwald natürlich nicht fehlen.)

Norbert Allmann: Zur Entwicklung der Apotheken im Odenwaldkreis, S. 309- 322 (Der aus dem Odenwälder Höhenort Vielbrunn stammende ehemalige Betriebsinformatiker in leitenden Positionen und renommierte Autor analysiert historisch das Apothekenwesen der Region, wobei auch der Standort (Bad) König untersucht wird.)

Ulrich Herrmann: Mir Ourewäller- Der Tragödie vierter Teil, dito S. 157- 168  (Der Bad Königer Autor Dr. med. Ulrich Herrmann widmet sich erneut bravorös dem Fachgebiet der Sprachhistorie wie dem der angewandten Linguistik- eben der Dialekt-Sprache des Odenwaldes- und damit hier speziell “dem ABC unserer Odenwälder Ernährungsgewohnheiten”, S. 157)

 

Anzumerken bleibt noch, dass Reinhold Veit und Katharina Haase vom Heimat- und Geschichtsverein Bad König e. V. sowie Herr David J. Hales, Großbritannien, hinsichtlich Fotografien, Dokumenten wie auch biografischen und lokalgeschichtlichen Hinweisen den Untersuchungen der Autoren Norbert Allmann, Dr. Johann Kumpf, Dr. Peter W.Sattler und Thomas Seifert  spezielle Unterstützungen gaben.

 

 

Das Jahrbuch ist in sämtlichen Buchhandlungen des Odenwaldkreises (in Bad König selbst bei der Buchhandlung Paperback in der Bahnhofstraße) zum Verkaufspreis von 18,00 Euro pro Stück ab sofort verfügbar, natürlich auch an der Rezeption/Foyer des Landratsamtes des Odenwaldkreises in Erbach im Odenwald.

 

Presse:

“Das neue Gelurt ist da- Geschichten aus dem Leben- Wie Menschen historische Ereignisse im Odenwald erlebt haben, erzählt das neue Jahrbuch Gelurt Von Manfred Giebenhain  (Quelle: Odenwälder Echo vom Freitag, 29. November 2019, S.1/9

Bad König im Odenwaldkreis. Es war die Zeit um das Epochenjahr 1848/49:

Wir nehmen uns hier einen Auszug aus dem Buch “Entwicklung der Demokratie im Odenwald” von Friedrich Höreth aus MÜMLING- Grumbach vor, herausgegeben im Jahr 1961 und mit einem Geleitwort des damaligen Landrates des Landkreises Erbach- Gustav Hoffmann- versehen. (Das Buch wurde mit Unterstützung von Kreisausschuss und Kreisverwaltung Erbach herausgebracht.):

“Im nördlichen Wahlbezirk des heutigen Kreises Erbach, im Bezirk Breuberg, brachten die Demokraten einen Kandidaten in dem Lehrer Friedrich Altstätter in König. Altstätter unterlag dem Kandidaten der “Vereinigten Konstitutionellen”, dem Gastwirt Hofferberth aus Mümling-Grumbach. In dieser Partei vereinigten sich alle nichtrepublikanischen Gruppen, die Konservativen, die Liberalkonservativen und die Liberalen.

Altstätter kam ein Jahr später in Untersuchungshaft. Da man ihm aber eine Teilnahme an der Oberlaudenbacher Volksversammlung und an den Demonstrationen vor den gräflichen Schlössern nicht nachweisen konnte, wurde er aus der Haft entlassen und durfte seinen Dienst als Lehrer in König wieder aufnehmen. Aber er stand unter Polizeiaufsicht und wurde in seiner Gemeinde und vom Breuberger Konsistorium beobachtet.

Aus Verdruss über die Verhältnisse in Hessen emigrierte er und ließ sich im Staate Ohio in den USA nieder. Dorthin waren schon früher seine Kinder ausgewandert. Altstätter gründete in Ohio ein Dorf, das er “New King” (Anmerkung: Neu König, auch Neues König) nannte. Ein Königer Bürger, der später die USA besuchte, schildert die Farm Altstätters als eine der schönsten im Staate Ohio, und Altstätter, der das Amt eines Friedensrichters inne hatte, als einen angesehenen Mann”. (Friedrich Höreth, Entwicklung der Demokratie im Odenwald, S. 26)

 

Friedrich Höreth berichtet (im Jahr 1961!), dass “die Akten über Altstätter … im Archiv der hessischen Schulabteilung in Darmstadt (lagen).”   (Friedrich Höreth, Entwicklung der Demokratie im Odenwald, S.27)

 

Anmerkung: Schon 1976/77 wanden sich der damalige HGV-Vorsitzende Karl Ludwig Kraft und HGV-Mitglied Reinhold Nisch in einem Brief an eine deutschsprachige Zeitschriftinnerhalb des US-Bundesstaates Ohio mit Bitte um Auskünfte und Informationen nach dem von Friedrich Altstätter gegründeten New King. Durch die damaligen, wochenlang andauernden schweren Schneestürme (Blizzards) in dieser Gegend der Vereinigten Staaten wie auch an der Ostküste kommt die Antwort zeitlich stark verzögert, aber auch quellendürftig zurück, dass es kein Dorf gleichen Namens dort mehr gebe.

Weiteres um Friedrich Altstätter ist aber überhaupt (noch) nicht abgesichert, da Lücken in der Gesamtbiografie wie in der kargen Quellenlage vorhanden sind. Auch weiß man dato nichts über einen Königer Bürger, der “wann auch immer” diese US-Region besuchte, weil der Quellenbezug bei Friedrich Höreth hierzu u.a. fehlt.

 

Unsere historische Aufnahme (Bilddatenbank HGV Bad König e.V.) zeigt das einstige Lehrerhaus- heute nicht mehr existent- an der Bad Königer Schulstraße gegenüber der Alten Schule. Es ist anzunehmen, dass Lehrer Friedrich Altstätter in diesem wunderschönen Fachwerkgebäude dereinst wohnte.

 

 

(Stand: 23.Oktober 2018/Reinhold Nisch, HGV Bad König e.V.)