Bad König im Odenwald, Hessen, Deutschland. Innenraum der Historischen Kapelle karolingischen Ursprungs mit der spätgotischen Vorhalle aus dem frühen 9. Jahrhundert.   November-Motiv für den Kalender “Odenwald 2020”

Bad König im Odenwald, Hessen, Deutschland. Das Alte Schloss und das Neue Schloss in Bad König. Mai-Motiv für den Kalender “Odenwald 2020”

(Coypright: Sämtliche Fotografien auf dieser Seite: Bernd Wittelsbach)

 

Ein Odenwald 2020- Kalender der Inspirationen

Odenwaldkreis. Für das kommende Jahr 2020 ist nunmehr der wunderschöne Foto-Kalender “Odenwald 2020” erschienen. Herausgeber sind die Odenwälder Malerin und Grafikerin Corinna Panayi-Konrad (Layout & Gestaltung/Office Michelstadt) und der Fotograf /Kontrast Fotodesign GbR Bernd Wittelsbach (Offices Frankfurt/Breuberg) unter Fotografie-Assistenz von Monika Hurka (Office Breuberg).

Die renommierten Künstler bewiesen überaus “glückliche Händchen” mit der Selektion ihrer Odenwald-Motive, hat man doch zum Beispiel das frühlingshaft sonnig “angestrahlte” Bad Königer Schloss-Ensemble dem Monat Mai zugeordnet. Der Betrachter kann hier fast die kühle Frische eines noch anfänglichen Mai-tages zum Innehalten spüren, während für den Monat November das Innere der Historischen Kapelle Bad König mit dem Fokus auf Heiligen-Zyklen und Altar stimmungs-und würdevoll, ja ehrwürdig- auch den diversen Feiertagen dieses Monates entsprechend- fotografisch und künstlerisch zugewiesen wird.

Dieser sehr empfehlenswerte Kalender “Odenwald 2020” kann- in einer Wohnung oder Flurbereich, gut platziert aufgehängt- ein stets erfreuender Blickfang übers ganze neue Jahr 2020 hinweg sein.

 

Der Odenwald-Kalender ist im Großformat zum Verkaufspreis von 19,90 Euro pro Stück zu bekommen- zurzeit an folgenden Verkaufsstellen:

 

Bei allen Buchhandlungen im Odenwaldkreis von Höchst/Odenwaldkreis bis Oberzent/Odenwaldkreis, wie Corinna Panayi-Konrad dem Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V  kürzlich mitteilte.

 

Außerdem auch noch bei:

Schreibwaren-Laden Scheliga in Breuberg-Sandbach

“Keramik & Glas-Insel” in Breuberg-Hainstadt

“Zeller Lädchen” in Bad König-Zell

Gästeinformation in Erbach

 

Auskünfte auch bei: panayi-konrad@t-online.de

 

 

Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

Bad König. Eine Nachfahrin des Bad Königer Kurpioniers Ludwig Schnauber, nämlich Frau Scheiding- in Halle wohnhaft- besuchte am vierten Juliwochenende 2019 zusammen mit ihrem Gatten erstmals das Kurstädtchen Bad König. Hinzu kam noch ein weiterer Nachfahre von Ludwig Schnauber, Prof. Dr. Herbert Schnauber aus Bochum, der auf Besuch seiner früheren gymnasialen Jahrgangsschulkameraden gerade im Odenwald weilte. Ein Besuch am Grab von Ludwig Schnauber und dessen Gattin Margareta galt natürlich als Höhepunkt. Natürlich wurde zur Ehrung Ludwig Schnaubers ein wundervolles Lilien-Blumen-Gebinde niedergelegt. Der Dank galt auch der Stadt Bad König und besonders den städtischen Friedhofsmitarbeitern, die dem historischen Grab- von Efeu bestückt- den “Sommerschnitt” gaben.
Ludwig Schnauber, der neben Buchold quasi Kur und Fremdenverkehr historisch um die vorletzte Jahrhundertwende federführend “anschob”, hatte als erste Kurgäste “die Frankfurter Mädchen” zum Verweilen in der damaligen Odenwald-Gemeinde an der Mümling mehrtägig bzw. mehrwöchig zugegen, wobei er den Gästen aus der Main-Metropole “Bade- und Trinkkuren” empfahl- damals mit Hilfe der “Luisenstahlquelle”, benannt nach Schnaubers Tochter Luise. Die Trinkkurabende fanden zu dieser Zeit an der Stelle statt, wo später der Fafnirbrunnen war, heute das partielle Ensemble der Odenwald-Therme (Frankfurter Straße) sich westwärts befindet, siehe unsere historische Aufnahme von 1955 im Titelbild.        Reinhold Nisch, HGV Bad König e.V.

(Scans der historischen Aufnahmen: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V.- aktuelle Fotos dieser Seite: Herr Scheiding, Halle)

(Foto: Historische Ansichtskarte- von Frau Johanna Hess, Bad König, zur Verfügung gestellt/Repro: Reinhold Veit, HGV Bad König e.V.)

 

Bad Königer Kur-Historie: Der Kurgarten in den 1950-ern aus der  “Vogelperspektive”

Bad König. In den 1950-er Jahren – vermutlich Mitte des Jahrzehnts- fliegt auch ein kleines Flugzeug über dem Odenwald, auch über das Bad König von damals. Die Maschine macht im Auftrag der Deutschen Luftbild K.G. (Hamburg-München-Freigabe-Nr. 403 254) eine Aufnahme auch über dem Areal des Kurgartens.

Das “Kurhotel Bad König – Bes. Roland Maier, Küchenchef – Tel. 238- Fach 23” – wie auf der Rückseite der historischen Ansichtskarte steht- hatte ein bestimmtes Kontingent dieser Karten zum Verkauf an Kurgäste und Einheimische im “internetfreien Zeitalter” im Angebot.

Noch ältere Bad Königer Bürgerinnen – wie das “lebende Lexikon Bad Königs” Katharina Haase- und Bürger können sich noch an das  große, der Frankfurter Straße westlich zugewandte Hotel (Küchenchef Roland Meier folgte erst danach)  als “Lothammers Kurhotel” (Historische Ansichtskarte vorne rechts) erinnern, das heute ja nicht mehr steht. Im hinteren, dem Kurgarten zugeneigten Flachdachtrakt befand sich eine hohe und mehrstufige (nach innen gebaute) Außentreppe, die multifunktionalen Nutzen hatte. In den besseren Jahreszeiten konnte hier die Freiluftbewirtung für Kurgäste und Tagesgäste mit Speis` und Trank vorgenommen werden, dem Kurorchester der  diagonal gegenüber liegenden Wandelhalle gelauscht werden oder bei einem Intermezzo per gläsernem Trinkbecher Bad Königs “Stahlwasser” genossen werden, wenn man nicht gerade promenierte.

Die Luftaufnahme zeigt das gesamte Areal des Kurgartens beidseitig des Kimbach, den man damals mittels zweier Brücken- die oberste Brücke existiert noch heute- überqueren konnte. Möglicherweise sind auch noch Ansätze der kleinen Minigolf-Anlage (links oben) zu erkennen- und später wird man auch dort eine floristische Sensation bestaunen können, die als Erstzüchtung  (ohne damalige Sommerzeit!) Furore machte: die sogenannte “Halb-acht-Uhr-Blume”, deren verschlossene kleingelbliche  Blüten sich für einen Sommerabend zusehends schnell öffneten. Diese hochstilige Blume gibt es heute noch, findet aber heutzutage nicht mehr (leider!) so die Aufmerksamkeit.

Vermutlich ist es hier beginnendes Frühjahr, wenn man auf dem Baumbestand und dem Stand der Sonnenstrahlen achtet, wobei auch (mit Hilfe der Lupenvergrößerung) die beiden nahe der Wandelhalle laufenden Personen noch “in wärmerer Kleidung” vorüber schreiten.

Und im östlichen, Kurgarten abgrenzenden Flachdach (“Eternit”) -Trakt wurden teils über die langen und schneereichen Wintermonate die vielen elfenbeinfarbenen Kurbänke gestapelt untergestellt und dort vereinzelt aber auch während der Kursaison für die Kurgäste zum Genießen des Kurkonzertes aufgestellt.

Bauhistorisch und infrastrukturell interessant ist auch im oberen Foto-Teil das hier fotografierte damalige Bad Königer Häuser-Ensemble- teilweise im Fachwerk-Stil, das heute so nicht mehr existiert.

(Stand: 22.November 2018)

 

 

 

 

Bad König im Odenwaldkreis. Es war die Zeit um das Epochenjahr 1848/49:

Wir nehmen uns hier einen Auszug aus dem Buch “Entwicklung der Demokratie im Odenwald” von Friedrich Höreth aus MÜMLING- Grumbach vor, herausgegeben im Jahr 1961 und mit einem Geleitwort des damaligen Landrates des Landkreises Erbach- Gustav Hoffmann- versehen. (Das Buch wurde mit Unterstützung von Kreisausschuss und Kreisverwaltung Erbach herausgebracht.):

“Im nördlichen Wahlbezirk des heutigen Kreises Erbach, im Bezirk Breuberg, brachten die Demokraten einen Kandidaten in dem Lehrer Friedrich Altstätter in König. Altstätter unterlag dem Kandidaten der “Vereinigten Konstitutionellen”, dem Gastwirt Hofferberth aus Mümling-Grumbach. In dieser Partei vereinigten sich alle nichtrepublikanischen Gruppen, die Konservativen, die Liberalkonservativen und die Liberalen.

Altstätter kam ein Jahr später in Untersuchungshaft. Da man ihm aber eine Teilnahme an der Oberlaudenbacher Volksversammlung und an den Demonstrationen vor den gräflichen Schlössern nicht nachweisen konnte, wurde er aus der Haft entlassen und durfte seinen Dienst als Lehrer in König wieder aufnehmen. Aber er stand unter Polizeiaufsicht und wurde in seiner Gemeinde und vom Breuberger Konsistorium beobachtet.

Aus Verdruss über die Verhältnisse in Hessen emigrierte er und ließ sich im Staate Ohio in den USA nieder. Dorthin waren schon früher seine Kinder ausgewandert. Altstätter gründete in Ohio ein Dorf, das er “New King” (Anmerkung: Neu König, auch Neues König) nannte. Ein Königer Bürger, der später die USA besuchte, schildert die Farm Altstätters als eine der schönsten im Staate Ohio, und Altstätter, der das Amt eines Friedensrichters inne hatte, als einen angesehenen Mann”. (Friedrich Höreth, Entwicklung der Demokratie im Odenwald, S. 26)

 

Friedrich Höreth berichtet (im Jahr 1961!), dass “die Akten über Altstätter … im Archiv der hessischen Schulabteilung in Darmstadt (lagen).”   (Friedrich Höreth, Entwicklung der Demokratie im Odenwald, S.27)

 

Anmerkung: Schon 1976/77 wanden sich der damalige HGV-Vorsitzende Karl Ludwig Kraft und HGV-Mitglied Reinhold Nisch in einem Brief an eine deutschsprachige Zeitschriftinnerhalb des US-Bundesstaates Ohio mit Bitte um Auskünfte und Informationen nach dem von Friedrich Altstätter gegründeten New King. Durch die damaligen, wochenlang andauernden schweren Schneestürme (Blizzards) in dieser Gegend der Vereinigten Staaten wie auch an der Ostküste kommt die Antwort zeitlich stark verzögert, aber auch quellendürftig zurück, dass es kein Dorf gleichen Namens dort mehr gebe.

Weiteres um Friedrich Altstätter ist aber überhaupt (noch) nicht abgesichert, da Lücken in der Gesamtbiografie wie in der kargen Quellenlage vorhanden sind. Auch weiß man dato nichts über einen Königer Bürger, der “wann auch immer” diese US-Region besuchte, weil der Quellenbezug bei Friedrich Höreth hierzu u.a. fehlt.

 

Unsere historische Aufnahme (Bilddatenbank HGV Bad König e.V.) zeigt das einstige Lehrerhaus- heute nicht mehr existent- an der Bad Königer Schulstraße gegenüber der Alten Schule. Es ist anzunehmen, dass Lehrer Friedrich Altstätter in diesem wunderschönen Fachwerkgebäude dereinst wohnte.

 

 

(Stand: 23.Oktober 2018/Reinhold Nisch, HGV Bad König e.V.)

 

 

Bad König: Die Frankfurter kommen! Diesen neuen Trend konnte man in diesem Jahr verstärkt beobachten: Seien es einzelne Gäste oder Paare, die aus der Mainmetropole Frankfurt- Hessens größter Stadt- paar Tage in Bad König verweilen- auch das Heimatmuseum aufsuchen oder schon in telefonischer Vorabfrage sich nach der Historischen Kapelle erkundigen. Oder wie jetzt am vergangenen Samstag, 25. August 2018: Der Kneippverein Frankfurt/Main, schon über 120 Jahre alt, kam mit etwa zwanzig Personen frühmorgens per Zug unter Leitung seines stellvertretenden Vorsitzenden, Diplom-Kaufmann Dirk Mommertz, und Vorstandsmitglied Inge Ollmann zu einem Tagesausflug nach Bad König und besichtigte das zentral gelegene Heimatmuseum, überraschend begrüßt von Bürgermeister Veith, der auch etwas zur Geschichte der Kur zu berichten wusste. Die Vorstandsmitglieder Reinhold Veit und Reinhold Nisch (Heimat- und Geschichtsverein Bad König) stellten in jeweils kleinen Referaten an Hand der Ausstellungsexponate die Bezüge zur Geschichte Bad Königs her. Auch der erwähnte touristische “Nachfrageboom” zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges- sozusagen im historischen Anfang der Kur – die “Frankfurter Anämie-Mädchen” durften nicht vergessen werden- erzeugte für die Gäste aus Frankfurt am Main doch einen nachhaltig positiven Eindruck und auch damals schon ermöglicht durch die noch relativ junge “Odenwaldbahn”. So war es ein kurzweiliger Museumsaufenthalt, der durch weitere “Haltestationen” im Städtchen (Besuch der Odenwald-Therme, des Georg-Vetter-Museums, dem Mittagessen, der Kurpark-Anlagen mit Kneipp-Becken und wohl anschließender “Kaffee-Runde”) komplettiert wurde, ehe die Gruppe mit der Bahn am späten Nachmittag gut gelaunt die Heimreise Richtung -Frankfurt/Main (Hbf) antrat. (Zu diesem Frankfurter Traditionsverein vergleichen Sie bitte auch dessen Homepage: www. kneippverein-ffm.de) Unsere historische Aufnahme (Scan R. Veit/Stich: Privatbesitz) zeigt das Frankfurt am Main um 1840, das Frankfurt eben fast Mitte des 19. Jahrhunderts, wie es auch einige Jahre später die beiden Polarforscher Carl Weyprecht und besonders Julius Payer kennen lernen werden, gerade Payer, der dort ein “Frankfurter Mädchen” ehelichen wird- seine Fanny, aber später mit “schicksalhaftem” Ausgang.  Ihr HGV Bad König e.V.