Heimathistorie: Rosen für die Gräfin

Bad König. Im schönen Blüten-Kleid zeigt sich dieser Tage das historische Grab neben der Historischen Kapelle auf dem kernstädtischen Friedhof: “Rosen für die Gräfin”, so  könnte die Überschrift zum Foto (HGV) also lauten, denn hier wurde dereinst Auguste Caroline, Gräfin zu Erbach-Schönberg (1758-1815) geborene Gräfin zu Isenburg-Büdingen beigesetzt. Im Sterbejahr der Gräfin- also  1815- fand übrigens ein markanter historischer Epochenwechsel mit dem Wiener Kongress und der sich daraus ergebenden Neuordnung Europas statt. Beigesteuert wurde der Blumenschmuck durch den HGV Bad König e.V., Hermann Körner- unter Assistenz von Sohn Alexander- erneuerte farblich vor einiger Zeit die Schriftzüge und die Grabumrahmung. Sehr wahrscheinlich finden unter Wahrung der pandemischen Regelungen am Europäischen Denkmaltag im September dieses Jahres “rund um die Historische Kapelle” und an den historischen Grabstätten wieder Führungen statt, dies aber in der genauen Bekanntgabe zur gegebenen Zeit. Ihr  Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

 

 

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Die breite Streuung des Angebotes vom “Körner-Geschäft” in der zentralen Königer Alexanderstraße von 1913- Körner holt berühmte Cigaretten-Marken nach König und den Odenwald

Bad König im Odenwald. Auch in dieser Anzeige von 1913- eingerahmt durch wunderbare Ornamente des Jugendstiles- erkennt man das Waren- und Dienstleistungsangebot von “Wilh. Körner Ww “(=Witwe) aus der Alexanderstraße in all seiner Vielfalt: Kolonial-, Material- und Farbwaren. Dazu existierte noch eine Eisenhandlung. Und auch Zigaretten und Zigarren waren in der Offerte, letztere vermutlich aus örtlicher Produktion, da es ja hier einige “Cigarren-Manufakturen” unterschiedlicher Größe gab. Auffällig ist auch wieder, dass einige Geschäfte (sehen Sie bitte in einer früheren Ausgabe dieser historischen Anzeigen-Serie dazu das Schuhlager von Adam Eckel in der Kimbacher Straße) auch Agenturen von Versicherungen (hier nun Feuer- und Lebensversicherungen) inne hatten, wobei man ergänzen kann, dass erst so richtig nach Gründung des Deutschen Kaiserreiches (1870/71) das Banken- und Versicherungswesen “an Fahrt aufnahm”. (Scan-Text: R.Veit- R.Nisch) Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

 

 

 

 

Weitere Hinweise zu dieser Anzeigen-Werbung von König im Odenwald von 1913: Mit “Niederlage” ist wohl in heutigem Sinne “Niederlassung” gemeint, wobei hier garantiert wird, dass an Wiederverkäufer zu Sonderkonditionen (zu Fabrikpreisen) ausgeliefert und verkauft wird: So wurden u.a. auch berühmte Produkte von Garbaty und Batschari angeboten.

 

Garbaty

Garbaty Zigarettenfabrik

1881 gründete Garbáty-Rosenthal die Zigarettenfabrik Garbaty in Berlin. Bekannte Marken waren Königin von Saba und Kurmark. 1929 übernahmen seine beiden Söhne Eugen und Moritz den Betrieb. Im selben Jahr erwarben Reemtsma und Haus Neuerburg den 50% Geschäftsanteil von Eugen Garbaty.
1938 wurde die Garbaty Zigarettenfabrik „arisiert“ und an eine Investorengruppe um Dr. Jakob Koerfer verkauft. Reemtsma übertrug daraufhin seine Anteile an die neuen Eigentümer.
Die Familie Garbaty konnte 1939 in die USA emigrieren.
Kurz nach der „Arisierung“ wurde auf der Zigarettenschachtel „Königin von Saba“ das Portrait Garbatys durch das Portrait eines Orientalen ersetzt.
Nach dem Krieg wurde die Garbaty Zigarettenfabrik verstaatlicht und als VEB Garbáty geführt und 1960 zusammen mit Josetti dem VEB Vereinigte Berliner Zigarettenfabriken zusammengeschlossen.
Die Rechte an der Marke Kurmark verkaufte Jakob Koerfer nach Kriegsende an die BAT, die daraufhin die Produktion der beliebten Vorkriegszigarette wieder aufnahm.

Zigarettenmarken:
Baccarat
Buschenschaftler
Corsini
Duke of Edinbourgh (1914 umbenannt in Flaggengala)
Duke of York (1914 umbenannt in Graf Yorck von Wartenburg ?)
Flaggengala (bis 1914 Duke of Edinbourgh)
Gold-Saba
Graf Yorck von Wartenburg (bis 1914 Duke of York)
Herzog Alfred
Königin von Saba
Kurmark
Landesflagge
Liebesmahl
Matos
Meine Passion
Partout
Passion
S.C.
Sonderklass

(Quellennachweis: cigabox.de/zigarettenfabriken/garbaty-zigarettenfabrik.de/Stand: 13.07.2021)

A. Batschari

Batschari-Zigarrenfabriken

August Batschari erhielt nach dem Besuch der Volksschule eine Stelle als Kaufmannsgehilfe bei dem Baden-Badener Zigarren- und Zigarettenhändler Heinrich Rheinboldt. Die Produkte, die in einer gemieteten „Boutique“ beim Baden-Badener „Conversationshaus“ verkauft wurden, stellte Rheinboldt in einer kleinen Tabakmanufaktur her. Da Zigaretten seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer beliebter wurden, widmete sich Batschari ganz der Zigarettenproduktion. Als er 1880 Rheinboldts Tochter Anna (1852–1922) heiratete, überließ sein Schwiegervater ihm die Zigarettenproduktion als Existenzgrundlage, während die Zigarrenherstellung später auf Rheinboldts Söhne überging. Batschari war erfolgreich, seine Produktion überschritt bald den „handwerklichen“ Maßstab einer Manufaktur und wurde zur Fabrik. Als er 1899 sein neu errichtetes Geschäftshaus Balzenbergstraße 64 bezog, stellte er bereits 110.000 Zigaretten pro Tag her. Auch dieser Betrieb wurde schon nach wenigen Jahren zu klein. In dem 1906–1907 errichteten Fabrikneubau zwischen der Balzenbergstraße und der Mozartstraße entstanden fertigten moderne Maschinen in den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg 1,5 Millionen Zigaretten täglich. Die Inbetriebnahme dieser Fabrik bedeutete für die Kurstadt den Beginn ihrer industriellen Phase. In allen bedeutenden europäischen Städten hatte Batschari Verkaufsstellen eingerichtet; sogar in New York, an der Ecke Madison Avenue / 46th Street, gab es eine Niederlassung. Zweigwerke entstanden u. a. in Bingen, Mainz und Worms (alle drei im damaligen Großherzogtum Hessen).

Der gesellschaftlichen Erwartung an erfolgreiche Unternehmer entsprechend, unterstützte August Batschari aus seinem privaten Vermögen gemeinnützige, vor allem kulturelle Zwecke. Er beteiligte sich mit einer Spende an den Baukosten für die Kunsthalle Baden-Baden. 1911 ließ er das „Waldhaus Batschari“ bauen, eine steinerne Schutz- und Aussichtshütte beim Korbmattfelsen am heutigen Panoramaweg Baden-Baden, die er der Stadt Baden-Baden schenkte. Er stiftete den Batschari-Preis für das Iffezheimer Pferderennen in Höhe von 50.000 Mark. Im Gegenzug bekam er verschiedene öffentliche Auszeichnungen: Auf Grund der hohen Qualität seiner Produkte erhielt er den Titel eines großherzoglich badischen Hoflieferanten[1], und 1923 – kurz vor seinem Tod – ernannte ihn die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Ehrensenator. Begraben wurde er auf dem Hauptfriedhof Baden-Baden.

 

Unter A. Batschari bzw. Batschari oder auch ABC (für August Batschari Cigarettes) firmierte eine deutsche Zigarettenfabrik, die 1899 von August Batschari (1854–1923) in Baden-Baden gegründet wurde. Batschari zählt neben Garbáty und Manoli zu den Zigarettenfabriken, die im frühen 20. Jahrhundert auf ambitionierte Reklamekunst setzten und berühmte Grafikdesigner wie Hans Rudi Erdt, Ivo Puhonny, Lucian Bernhard und Ludwig Hohlwein beauftragten. Heute sind die alten Emailleschilder, Zigarettendosen, Plakate, Reklamemarken und Werbeinserate von Batschari gesuchte Sammlerstücke

 

(Quellennachweis: www.wikipedia.org/wiki/A._Batschari /Stand: 13.07.2021)

 

 

Nestor

Nestor Gianaclis Cigarettenfabrik

 

Die Nestor Gianaclis Cigaretten- und Tabakwarenfabrik war ein deutscher Tabakhersteller. Das Unternehmen wurde 1910 gegründet, brachte 1931 unter der Marke „Lord“ die erste nikotinarme Zigarette auf den Markt und ging 2002 im BAT-Konzern auf.

Geschichte

Nestor Gianaclis war ein griechischer Tabakfabrikant aus Kairo, dessen Familie 1910 in Frankfurt am Main die Nestor Gianaclis GmbH mit dem Zweck Zigaretten in Deutschland zu produzieren gründete. Als Werbegrafiker wurde in den 1920er Jahren Max Bittrof engagiert, der Anzeigen im Stil der neuen Sachlichkeit entwarf und den Orientalismus zugunsten des Bildes eines modernen Menschen aufgab.

1980 war Nestor Gianaclis der neuntgrößte von damals zwölf Zigarettenherstellern in Deutschland.[1]

Später lizenzierte Nestor Gianaclis die Marke „Lord“ an die Martin Brinkmann AG.

Die Nestor Gianaclis Cigarettenfabrik Gesellschaft mit beschränkter Haftung wurde 2002 nach mehreren Sitzverlegungen (zunächst nach Mainz, 1962 nach Wiesbaden, nach 1994 Bremen) auf die British American Tobacco Germany GmbH verschmolzen[2][3]

Ab 1993 bestand zudem als hundertprozentige Tochtergesellschaft die Nestor Gianaclis Cigaretten- und Tabakwarenfabrik GmbH mit Sitz in Hofheim am Taunus, wo bis zum Jahr 2000 Zigaretten produziert wurden. Noch im Gründungsjahr wurde diese Tochtergesellschaft an eine niederländische Holding verkauft, 2009 erfolgte ein Management-Buy-out.[4] 2010 wurde der Sitz nach Nordhorn verlegt,[5] dann nach Stralsund, wo die Gesellschaft schließlich 2014 nach Aufhebung des 2012 eröffneten Insolvenzverfahrens gelöscht wurde.[6]

 

(Quellennachweis: www.wikpedia.org/wiki/Nestor_Gianaclis_Cigarettenfabrik/ Stand: 13.07.2021)

 

 

Kleydorff

Menes Zigarettenfabriken Wiesbaden

Noch etwas vage, aber es ist zu vermuten, dass die (von) Kleydorff-Zigarette auch bei Menes Zigarettenfabriken Wiesbaden hergestellt wurde, im Ersten Weltkrieg machte aber deren Zigarettenmarke “Bulgaren-Held” große Furore, deren äußerliche Bild-Exponate und sonstige Werbung kann man noch in Internet gerade im angelsächsichen Bereich sehen.

 

 

 


(Bearbeitung/Stand: 14. Juli 2021)

 

 

Bad Königs Zigarren gehen sogar 1913 in Deutschlands größere Städte und in den Export

Bad König im Odenwald. Eine wunderschöne Anzeige- mit Elementen des Jugendstiles ergänzt und dabei die “Tabakpflanzen” oberhalb der Umrahmung eindrucksvoll dabei- stellt die Werbung der Cigarren-Fabrik von Johann Michael Hofmann dar, die fast nur von den einheimischen Königerinnen und Königern des Jahres 1913 als “Hofmann` sche Fabrik” bezeichnet wurde und als eine der größten im Ort galt, wobei man noch feststellen kann, dass im Mümlingtal- bzw. Odenwaldstrang diese Zigarren-Herstellung im damaligern König im Odenwald Alleinstellungsmerkmal vorweisen konnte. Johann M. Hofmann ließ hier “Sumatra-Fabrikate vom Feinsten” herstellen- und es kann als gesichert gelten, dass ein Teil der Produktion in viele Fachgeschäfte der größeren Städte ging, natürlich auch in den Export, war doch auch die Odenwald-Bahn das erste Mittel zumTransport in weitere Regionen. (Scan-Text: R.Veit,R.Nisch) Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

(Stand: 16.Juli 2021)

 

 

Geschäfte-Historie König im Odenwald: Hut- und Modewaren in König im Odenwald 1913 – ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg


 

(Scan: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V.)

 

 

 

Bad Königs historische Bahnhofstraße im stetigen Wandel der Geschäfte-Strukturen

Bad König im Odenwald. Bei dieser historischen Bad Königer Geschäfte- Werbung von 1913 sticht eine Anzeige besonders hervor (untere Hälfte): Es ist das Geschäft von Marie Hartmann in der Bahnhofstraße*, wobei der damalige Standort nicht exakt lokalisiert werden kann. Marie Hartmann offeriert “Hut- und Modewaren” vom Feinsten, ihre Spezialität sind hierbei “feine Damenhüte”, vermutlich u.a. auch ein Angebot für die ersten Kur-Damen, z.B. für die bürgerlich geprägten “Frankfurter Mädchen”, dies alles noch vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914. Zu den Geschäfte-Strukturen auch der Bahnhofstraße, die über die Dekaden hinweg im stetigen Wandel sich befindet: Wer kennt/kannte in der “Blüte -Phase” der Bad Königer Kur (1950er bis 1970er Jahre, auch noch etwas später) denn noch

die Waren- und Dienstleistungs- bzw. Gaststätten-Angebote von “Seitze- Käthel”, ” Optiker Fred (`Schicago`) Schikatis”, “Hand-Weber-Koch”, “Gambrinus Hojer”, “Weimars Gute Stuben” bzw. “Viemanns Café”, Café Walther”, Uhren-Schmuck- Lenz”, “Uhren-Schmuck-Löschke”, “Uhren-Schmuck-Heger”, “Fisch- und Feinkost-Trojan”, “Modehaus Rebscher, “Frisör Grasmück”/ “Zoo-Gaydoul”, “Drogerien Berle und Busch”, “Coop-Markt”, Beginn vom City Kaufhaus, Foto-Umbreit” auch “Frisör-Geschäfte Wahl, Koch und Rebscher”, “Futter- und Lebensmittelhandlung Hallstein &. Fischer”, “Elfenbein-Schmuck Rodenhausen”, “Bäckerei Jakob Horn”,”Kurzwaren Geschwister Zimmer”, “Schmucker-Stube” “Lebensmittel- Fleckenstein”, “Schreibwaren- Zeitschriften- Geschäfte Joh. Vetter und Weichel”, “Café Laub”/Café Schäfer, die “Kfz-Werkstätten bzw. Autohäuser “Schäfers, Christian” und “Auto-Heilmann” mit Tankmöglichkeiten u.a.  (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Die obere Hälfte dieser Anzeigen-Seite offeriert noch die Waren-Palette von “Mahns Blumenfabrik aus Neckarsteinach” und verrät, dass deren Produkte vor mehr als 100 Jahren auch schon nach König in den Odenwald geliefert wurden. Wahrscheinlich war diese Anlieferung auch schon vom Neckar mit der Odenwald-Bahn möglich, da deren letzter Streckenabschnitt zwischen Eberbach und Erbach i.O. um etwa 1882 realisiert wurde und über diese Sache der ehemalige “Bad Königer Bub” Walter Kutscher mit anderen Mitstreitern zusammen gegenwärtig recherchiert und forscht, um Neues in Erfahrung zu bringen. (Scan-Text: R.Veit/R. Nisch) Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

*   Das Hüte-Geschäft von Marie Hartmann befand sich laut Frau Grobe/Hartmann (jetzt Erbach im Odenwaldkreis) früher in der Königer Bahnhofstraße,  wo derzeit der Sitz der Literaturhandlung  Paperback/Bahnhofstr. 43 sich befindet.

 

Zur übergeordneten Situation des Jahres 1913 ist das Buch zu empfehlen: Florian Illies: “1913: Der Sommer des Jahrhunderts”, Verlag S. Fischer 2012

 

 

 

 

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Die Romantik in der Kunst

Johann Rudolf Follenweiders Baum- und Natur-Studien – eine Auswahl zum besseren Verständnis des Schweizer Landschaftsmalers Johann Rudolf Follenweider (1774-1847)-

dem Maler von Bad Königs ältestem Gemälde

 

(Diese Seite ist noch im Aufbau, bedarf eines längeren Zeitraumes der Bearbeitung.)

 

 

Bad Königs ältestes Gemälde von Johann Rudolf Follenweider aus Basel

(Foto bzw. Scan: Reinhold Veit, Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V. – Daraus wurde vor paar Jahren eine Postkarte entwickelt. Zu Johann Rudolf Follenweider sehen Sie bitte auch die weiteren Themenseiten auf dieser Homepage www.hgv-badkoenig.de)

 

 

 

 

 

 

 

 

Laubbaum mit drei Hauptästen und hoher Krone

Bleistift

Blatt: 34,4 x 21, 6 cm

Kunstmuseum Basel, Kupferstichkabinett, Ankauf 1943

Inv. 1943.577

Blatt: 34.4 x 21.6 cm; Bleistift; Inv. 1943.577  Johann Rudolf Follenweider    Gemeinfrei – Quelle: Kunstmuseum Basel – Sammlung online 17.06.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Blatt: 21 x 34.2 cm; Bleistift; Inv. 1943.578  Johann Rudolf Follenweider    Gemeinfrei- Quelle: Kunstmuseum Basel- Sammlung online 17.06.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

Am Ebertsgraben im einstigen König im Odenwald – die historische Holz-Brücke

 

(Foto-Rechte auf dieser Themenseite: Helmut Neumeuer/Alle Scans: Reinhold Veit, beide Bad König im Odenwald)

 

 

 

 

Bad König im Odenwald. Das von Helmut Neumeuer zur Verfügung gestellte Foto zeigt eine hölzerne Brücke, wie sie den Ebertsgraben- hier von einer gewissen Tiefe der Schlucht- einst überquerte. Erkennbar ist um das Bauwerk herum der allseits üppige Bewuchs der kleineren und mittelhohen Fauna, und im Hintergrund nach dem Intermezzo von satten Wiesen und Mümlingstrang sind stark gewachsene Wälder erkennbar, während die Trasse der Odenwaldbahn etwa hinter dem singularen hochstämmigen Nadelbaum vorbeiführt. Die neue Umgehung der Bundesstraße (B45) wurde an diesem Streckenabschnitt erst Mitte der 1960er Jahre gebaut, also gut ein Vierteljahrhundert nach dieser historischen Aufnahme aus dem Jahr 1941. Die “alte” Straße  führte schon damals unterhalb des heutigen Bad Königer Wohngebietes “Südring” vorbei, welches auch schon in den 1960ern konzipiert wurde. Weiteres: www.hgv-badkoenig.de

Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

 

Rückseite der historischen Postkarte (datiert vom 6. August 1941) mit der hölzernen Brücke über dem Ebertsgraben

 

 

 

 

 

 

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Das “Schuhlager” von Adam Eckel im Jahre 1913 in Bad Königs Kimbacher Straße

 

Bad König im Odenwald. Im damaligen König im Odenwald- noch vor Beginn des Ersten Weltkrieges- befand sich wohl in der mittleren Kimbacher Straße im Jahre 1913 das “Schuhlager” von Adam Eckel, da auch mit Reparaturen und Anfertigungen nach Maß (Scan:R. Veit). Weiterhin gab es im Angebot auch Nähmaschinen- das Deutsche Kaiserreich war übrigens international damals führend in der Nähmaschinen-Produktion unterschiedlicher Hersteller (Singer, Pfaff, Gritzner u.a.) – und auch Fahrräder existierten bei Eckel im Verkaufssortiment. Weiterhin war Adam Eckel der Vertreter von Lebens-, Feuer- Unfall- und Haftpflichtversicherungen. Modern und volkswirtschaftlich gesprochen verstand er schon die Diversifaktionen (Streuung der Angebotspalette) zum Auskommen mit dem wohl vermutlich eher bescheidenen Einkommen zu jener Zeit. Es bleibt aber noch hinzuzufügen, dass es im damaligen König und in den umliegenden Ortschaften (so z.B.auch in Momart) noch weitere Schuster im “Einpersonenunternehmen” gab, die der Anfertigung von ledernen Schuhen, besohlt mit Holznägeln, nachgingen und auch zahlreiche Mädchen und Frauen vorhanden waren, die Arbeiten an Nähmaschinen verrichteten. Bewundernswert  ist auch die Jugendstil-Umrandung in dieser Anzeigenwerbung.    Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

Der nordwestliche Teil des Kurgartens von Bad König im Jahre 1958 mit der Minigolfanlage, den ihn flankierenden Gebäuden des Kursanatoriums Müller und des Lehrerhauses

 

(Scan: R.Veit/HGV Bad König e.V.-Datenbank)

 

Bad Königs Kurgarten in den späten 1950er Jahren

Bad König. Die damalige Gemeinde Bad König prosperiert in jeder Hinsicht: Es sind die sogenannten Wiederaufbaujahre (“Wirtschaftswunderjahre”), natürlich wie zu jeder Zeit auch mit Licht- und Schattenseiten. Aber auch hier für Bad König kann gesagt werden: Es wird gearbeitet, gebaut etc.- und Kur und Fremdenverkehr wie Geschäfte sowie Hotels und Cafés, Tanzlokale und Restaurants prosperieren in einem aufsteigenden Maße. Unsere weitere historische Aufnahme zeigt den nördlichen Teil des Kurgartens mit dem durchgeleiteten Kimbach aus dem Jahre 1958 mit der noch jungen Mini-Golf-Anlage sowie dem “Ausgabehäuschen” vorne rechts an einem sonnigen Sommertage. Im Hintergrund befindet sich das Kursanatorium Müller (rechts) und mittig das “Lehrerhaus”, welches von den Lehrkräften Adam Grenz (Chemie/Physik/Mathematik) und Kurt Reiher (Deutsch, Mathematik, Werken/Wohnung oberes Stockwerk) und deren Ehefrauen wie Kindern bewohnt wurde. Ganze Schülerinnen- und Schülerjahrgänge der 1950er/1960er Jahre wurden u.a. von den beiden fachlich und praktisch kompetenten Pädagogen unterrichtet. Heutzutage ist dieser fotografische Blickwinkel zum dato umgebauten Haus “versperrt”, da sich davor eine Gruppe von schönen Mammutbäumen mit Seltenheitswert in der Region befindet, und am Westeingang liegt der vom hiesigen Obst- und Gartenbauverein eingerichtete und gepflegte, sehr sehenswerte Bibelgarten, gleichfalls mit Alleinstellungsmerkmal. Bleibt noch anzumerken, dass auch dieses Areal fünf Jahre zuvor von der “Bad Königer Jahrhundertflut” (19. Mai 1953) heimgesucht wurde. Weitere Themenseiten dazu finden Sie auf dieser Homepage.   Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

(Stand:18.05.2021)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der Kurgarten des jungen Bad König in den 1950er Jahren mit Mini-Golfanlage und Wandelhalle als beliebter Treffpunkt im Heilbad


 

(Scan:R. Veit)

 

Bad König. Acht Jahre zuvor durfte unsere damalige Gemeinde sich B a d König nennen: Die Kur prosperierte enorm, viele Gäste weilten hier, was man auch auf diesem Foto sehen kann. Vorne spielt ein Paar auf der neuen sportiven Anlage Mini- Golf, wobei man erkennen kann, dass im Hintergrund alle weißen Bänke von Kurgästen belegt sind, die dem Konzert lauschen, welches aus dem linken Traktbereich der Wandelhalle erklingt oder den Tanzenden dabei auch zusehen, während andere gerade ihre Trinkbecher füllen.

Die 1950er Jahre sind auch die Zeit gewesen, wo der Fotograf Peter Berle gerade an vormittäglichen Sonntagen mit seinen Windhunden im Kurgarten allgegenwärtig war, immer gut für ein Erinnerungs- Motiv mit Gästen oder auch Einheimischen. (Wir erinnern an diese beliebte “Windhunde-Staffel” vor drei Jahren in den Bad Königer Stadtnachrichten, heute auch noch gut auf unserer Homepage www.hgv-badkoenig.de großformatig einzusehen.) Der den Golfspielenden dreinblickende Mann im Anzug ist unseres Wissens ein Herr Hertel, der wohl im nicht zu sehenden Holzhäuschen die Golfschläger und Bälle wie Karten temporär ausgab, ein stets vornehm gekleideter Herr “der alten Schule” mit Knigge- Manieren, der fast nur mit kleiner Aktentasche im Straßenbild zu sehen war und eine Wohnung in der mittleren Bahnhofstraße besaß. (Scan-Text: R. Veit/R. Nisch)     Ihr HGV Bad König e.V.

 

Das Vereins-Lazarett König im Odenwald nach Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1919

 

 

(Foto-Rechte: Kurt Ziegler, Bad König – Scan: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V.)

 

 

Königer Lazarett-Photo vom Bad Königer Bürger Kurt Ziegler nach 100 Jahren gefunden- Vater Georg Ziegler ist zu erkennen

Bad König im Odenwald.  Wir schreiben das Jahr 1919 (siehe Schiefertafel im Bild “Lazarett 1914 König i/O 1919”). Der Bad Königer Bürger Kurt Ziegler, der das Foto bei seinen privaten historischen Unterlagen jüngst entdeckte (Scan-Text: R. Veit, R. Nisch), stellte nun fest, dass sich auch sein Vater, der Unteroffizier Georg Ziegler (unten links zwischen dem großen Hund und einer Krankenschwester platziert) darunter befand. Die im Hof hinter dem Neuen Schloss (umgewidmeter Lazarett-Ensemble-Bereich) gemachte Aufnahme zeigt überwiegend ernst dreinblickende, vom Krieg gezeichnete Gesichter, obwohl der schon am 11. November 1918 endete, die medizinische Versorgung aber im hiesigen Lazarett auch Anfang 1919 aufrecht erhalten wurde. Bei genauerer Analyse des Fotos erkennt man Armverwundungen, was fotografisch kaschiert wurde; ehemalige Frontsoldaten mit Beinverwundungen bzw. Amputationen wurden “nach hinten” gestellt. (Anmerkung: Es könnte sein, dass auch auf dem Foto verwundete Soldaten von der gesamten Unterzent darunter waren. Vieles wird man aber nicht mehr nach solch langer Zeit klären können.)

Die Zukunft war für viele ungewiss. Zudem hatte der Erste Weltkrieg auch viele Nervengas-Opfer zu verzeichnen. Aber das ist eine andere Geschichte- ebenso wie die “Spanische Grippe” – eine frühe 20. Jahrhundert-Pandemie, die 50 Millionen Menschen (bei 500 Millionen Infizierten/Schätzung) dahinraffte und gerade das “Nachkriegs-Europa” massiv heimsuchte. Sehen Sie bitte auf unserer Homepage www.hgv-badkoenig.de auch die weiteren Themenseiten “Das historische Konfirmations-Foto von 1914 vor der evangelischen Schlosskirche König im Odenwald” und “Der Erste Weltkrieg im Mai 1918 …” mit weiteren Lazarett-Aufnahmen vom damaligen König im Odenwald.   Ihr Heimat- und Geschichtsverein Bad König e.V.

 

 

 

Presse:

“Königer Lazarett-Photo vom Bad Königer Kurt Ziegler aus dem Jahr 1919 nach über 100 Jahren gefunden” (Quelle: Mümling-Bote/Allgemeiner Anzeiger für Höchst im Odenwald und die Unterzent/141. Jahrgang- 64739 Höchst i.Odw- 28. Mai 2021/Nr. 21/ S. 3)

 

 

(Stand: 28. Mai 2021)

 

 

 

 

 

 

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