Bad König. Im gut besuchten großen Saal der historischen Rentmeisterei Bad König und vor einem sehr interessierten Auditorium referierte am 23. Januar 2019 im Rahmen der Vortragsreihe des Heimat-und Geschichtsvereins Bad König e.V. der ausgewiesene Experte Norbert Allmann (Vielbrunn) über die historische Entwicklung der Apotheken und Krankenhäuser im Odenwald. (Fotorechte: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V.)
Das Krankenhauswesen entwickelte sich schon im frühen Mittelalter- also im 8./9. Jahrhundert- in den gastlichen Quartieren der Klöster gerade im mittleren Europa, wie der Referent akribisch detailliert vermitteln konnte, genauso in den Hospitälern und Spitälern. Auch für den Bereich unseres Odenwaldteiles wie beim Kloster Höchst und bei der Einhardsbasilika in Steinbach (heute Stadtteil von Michelstadt) sind solche Ursprünge von „Spitälern“ nachweislich belegt. Aus Siechenhäusern, Gutleuth- und Pesthäusern, die auch im Odenwaldbereich existierten, gingen die späteren Krankenhäuser hervor. Chronologisch über die Jahre, ja Jahrhunderte zeichnete Norbert Allmann das Krankenhauswesen z.B. mittels der Städte wie Gemeinden (Erbach, König, Kirch-Brombach u.a.) nach.
Dem gingen schon im ersten Teil des Abends- gleichsam bedeutsam- die lückenlosen Entstehungsbedingungen des Apothekenwesens voraus, welches eigentlich beim Edikt von Salerno des Jahres 1241 (mit dem für den europäischen Kontinent bahnbrechenden Gesetz) durch den universal gebildeten Staufer-Kaiser Friedrich II. (als „Stupor mundi“= „Staunen der Welt“ von seinen Zeitgenossen betrachtet) einsetzte, sich konkretisierte durch die Jahrhunderte später einsetzende Etablierung von Apothekern und Apotheken in Beerfelden, Erbach, Michelstadt, (Bad) König, Höchst und Neustadt u.a.- oft verbunden mit Zuzügen von Pharmazeuten aus anderen deutschen Gegenden- dieses alles anschaulich unterlegt mit historischen Aufnahmen, Quellen und statistischem Material, was ganz zuletzt in der Gegenwart des Odenwaldkreises endete, wobei konstatiert wurde, dass heutzutage im Odenwaldkreis z.B. die Ärztedichte (1 Arzt pro 480 Einwohner) deutlich besser sei als in früheren Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten, aber etwas mehr als doppelt so hoch wie in den Ballungszentren der größeren Städte.
Unter anhaltendem Beifall des Auditoriums für Herrn Allmann – der ein kardinales Stück Krankenhaus-, Medizin- und Apothekengeschichte unserer Odenwald-Region forschungsmäßig erschloss- wurde das alles sehr komprimiert anschaulich an diesem Abend dargebracht, dies sogar unter Anwesenheit von Medizinern und Pharmazeuten.
Hinweis: In Bälde erfolgt ein Bericht dazu.









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(Karten-Rechte: Leo Feja, HGV Bad König e.V.-Mitglied- Historien-Repro und aktuelles Bild: Reinhold Veit, HGV Bad König e.V.)

Bad König im Odenwald. Gleich zum Jahresstart 2019 erschien die wunderschöne Johann Rudolf Follenweider- Karte. Sie zeigt das herrliche Motiv vom einstigen König im Odenwald aus der infrastrukturellen Perspektive vermutlich um die drittletzte Jahrhundertwende (um 1800). Der Baseler Künstler aus der renommierten Kunstschule von Peter Birmann entwickelte dieses filigrane Gemälde aus östlicher Perspektive auf das historische König im Mittelpunkt- umgeben von purer Natur ringsum – Wiesen, Büschen, Einzelbäumen oder von Bäumen im Ensemble auftauchend,Wäldern, geschlängeltem Verlauf des Mühlbächleins, kleinem Weg- unterbrochen von einem bäuerlichen Eingriff durch Feldarbeit im künstlerisch gestalteten Vordergrund nahe des 1771 eröffneten Friedhofes im Standort-Hintergrund.





(Foto- Rechte auf diese Briefmarken und Repro: Reinhold Veit, HGV Bad König e.V.)
Argentat sur Dordogne-Bad König im Odenwald. Ein Hauch von leichtem Schnee überzieht einen Teil der Silhouette einschließlich der Kirche „Saint Pierre“ (mit neugotischen Holzarbeiten und liturgischen Möbeln aus dem 17. Jahrhundert im Innern) von Bad Königs Partnerschaftsstädtchen Argentat an der Dordogne. Ob es hier im Odenwald wie auch dort zum „weißen“ Weihnachtsfest kommen wird, ist überhaupt noch nicht sicher. Absolut gewiss wird aber sein, dass die Glocken der Kirchen hier wie dort am 24. Dezember 2018 diese besondere „Heilige Nacht“ einläuten werden. (Repro: R. Veit/nach einem Künstler-Motiv) 
Odenwaldkreis. Jetzt ist endlich wieder eine zeithistorische Lücke -was die Forschung betrifft-geschlossen worden: Thomas Seifert, seines Zeichens Oberstaatsanwalt i.R., ist es zu verdanken, dass die „Spuren der RAF im Odenwald“ nun auch wissenschaftlich erschlossen worden sind; zwar ist der Untersuchungsgegenstand einige Jahrzehnte her, ist er aber doch sehr relevant für diesen Part historischer Odenwald-Forschung.