(Bad) König im Odenwald. Eine Bronzetafel am ehemaligen Hotel “Krone” in der anfänglichen Elisabethenstraße

mit dem Text

ALS  9 JÄHRIGER

GAB  HIER

PAUL   HINDEMITH

EIN  KONZERT

1905

weist auf die musikalische Ouvertüre des erst neunjährigen Wunderkindes Paul Hindemith zu Beginn des 20.

Jahrhunderts im damaligen König hin. Der junge Paul war damals zusammen mit seinen Geschwistern aufgetreten.

Laut der früheren Heimatforschung mit dem Lehrer Otto Pichl an der Spitze hatte Gastwirt und Hotelier August

Hofferberth  diese Erinnerungstafel anbringen lassen.

August Hofferberth war es auch, der noch im Jahre 2015 Ilse Süßner (HGV Bad König) ein eingerahmtes Hindemith-

Bild mit einem späteren Pressetext über das Königer Konzert dem Heimatmuseum schenkte.

Eine Feststellung im Protokollbuch des damaligen Kurvereins vom 10.Juli 1905 besagt: “Um unseren Kurgästen ein weiteres Vergnügen zu bieten, wird das von Rudolf Hindemith aus Mühlheim (Main) offerierte Kinderkonzert am Samstag, dem 22., engagiert: Die Kosten betragen 30 Mark Fixum, freie Bahnfahrt und Verköstigung.”

Weiter heißt es: “Die Kinder (Paul Hindemith spielte 1. Violine und die Geschwister Toni mit 2.Violine und Rudolf mit Cello) sind neun, sieben und fünf Jahre alt und werden Streichmusik und Xylophon-Vorträge zu Gehör bringen.”

Vater Hindemith begleitete musikalisch die drei Sprößlinge beim sehr gut besuchten Konzert, das vom Verschönerungsverein und der Sektion des Odenwaldklubs gemeinsam ausgerichtet wurde (zu Preisen von 50 Reichspfennigen für den ersten, 30 Reichspfennige für den zweiten Platz).

Weil es ein Kinderkonzert war, gab es ein Nachspiel der Gewerbeinspektion Offenbach: Der gegen den Veranstalter

gerichtete Strafantrag konnte jedoch “nach Rücksprache des Vorsitzenden mit dem Gewerbeinspektor und dem Herrn Kreisrat in Erbach (im Odenwald) klargestellt werden”.

Grundlage:

“Ein Konzert wird lebendig- Erinnerung an den neunjährigen Geiger Paul Hindemith”/Odenwälder Heimatzeitung,

Artikelausschnitt ohne Datum/Kürzel (pib) = das ist (Otto) Pichl Bad König.

Literatur(Auswahl):
-Paul Hindemith in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten (rororo Monographien), Reinbek bei Hamburg 2016
-Günther Metz, Der Fall Hindemith- Versuch einer Neubewertung, (Verlag Wolke) Hofheim 2016
-Siglind Bruhn (Hindemith-Trilogie/Edition Gorz, Waldkirch 2009/2010/2012): Band I: Hindemiths große Bühnenwerke;
Band II: Hindemiths große Vokalwerke; Band III: Hindemiths große Instrumentalwerke.
-Rüdiger Jennert, Paul Hindemith und die Neue Welt. Studien zur amerikanischen Hindemith-Rezeption, Verlag
Schneider, Tutzing 2005

 

Unsere Fotografie (HGV-Bilddatenbank) zeigt den Großen Brunnen an der Abzweigung zur Elisabethenstraße,

wo sich links davon das (ehemalige) Hotel “Krone” anschließt. Leider besitzt der HGV keine historische Aufnahme

davon.