Ginkgo Biloba

Dieses Baumes Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich eins und doppelt bin ?

Johann Wolfgang von Goethe
(* 1749 – + 1832)

 

Diesen wundervolle Gedicht von Weltrang schuf der große Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe dereinst- vermutlich 1815, wo die Welt wieder einmal in einem irdischen Epochen-Umbruch war (Jahr des Wiener Kongresses), gewidmet seiner Spätliebe Marianne von Willemer, das Ginkgo-Blatt als Sinnbild der Liebe und Zuneigung.

Das gerillte Ginkgo-Blatt in einem besonderen Grün, im Herbst- siehe unser noch junger Ginkgo-Baum in blätterabfallender Tendenz in einem Urnen-Anlagen- Rund auf dem Friedhof Bad König (Westseite)– in einem wunderbaren Gelbton, fächerhaft nach oben wellenmäßig geöffnet- zeigt die Vergänglichkeit des Daseins auf, aber die Liebe des Göttlichen hin zur Ewigkeit bleibt- wie bei allem Menschsein.

 

 

(Fotorechte: Reinhold Veit/HGV Bad König e.V./Stand: Allerheiligen, 01. November 2018)

Der Dank in Bad König selbst gilt hier dem Magistrat bzw. der Stadtverwaltung, den fleißigen Mitarbeitern des städtischen Bauhofes und gerade der städtischen diplomierten Landschaftsgestalterin, Frau Melanie Weidtmann, welche Bad Königs Urnen-Anlagen in ihrer Gesamtheit konzeptionell gestaltete.

(HGV Bad König e.V.)