Eine ganz besondere Ecke im Bad König der Nachkriegszeit- eine Geschichte der Kindheit Ende der 1950er Jahre/Anfang der 1960er Jahre

Bad König im Odenwald. Es waren die späten 1950er Jahre/anfänglichen 1960er Jahre. Die junge Bundesrepublik Deutschland nach einem Jahrzehnt ihrer Gründung prosperierte allmählich, zumindest in ökonomischen Angelegenheiten…

Und dann war hier im Odenwald die damalige Gemeinde Bad König, wo an einer ganz bestimmten Stelle an einer bestimmten Straßenabzweigung für den Ort etwas Einzigartiges stattfand …..

Ja, da fanden regelmäßig wohl gleich zu Wochenbeginn an einem Montag frühmorgens an der Ecke zur Einmündung von der Weyprechtsstraße in die Schulstraße besondere Aktivitäten statt, während von den umliegenden Bewohnern teilweise um 6 Uhr beim Frühstart teilweise so manch einer noch schlummerte, weil er “Nachtschicht” hatte, kamen die ersten Fuhrwerke, auch Traktoren mit Kleinanhängern, mancher mit dem Fahrrad, dem Moped oder mit von Muskelkraft gezogenem Handwagen, gar auch per Pedes. … Und alle boten sie etwas an, die Bauern, Kleinbauern, Handwerker, Privatleute: Es waren hauptsächlich Nahrungsmittel, so -wie sie auch im Odenwald in Gärten, auf Feldern und Wäldern angebaut wurden oder ohne menschliches Zutun wuchsen. Aber auch Tiere, nicht zuletzt in stattlicher Anzahl. Lebend- versteht sich. So war vieles positioniert- und Erzeugung mehr oder weniger “vor Ort” war im Angebot vorhanden: Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Salatköpfe, Gurken, Rote Rüben, Wirsing, Mangold, Apfelsaft, Apfelwein, Weine, Tauben, Küken, Hühner, Hähne, Enten, Gänse und vieles mehr.

Aber das Allerwichtigste für uns Kinder, die diesen Weg von “Bad König-Süd” hinauf, die Buntsandstein-Treppe (heute noch so) an “Kautzmanns Dinas Haus” vorbei hin zur nahe gelegenen Grundschule gehen mussten, war ein anderer Grund im Innehalten, obwohl fast der Gong zum Unterrichtsbeginn die erste Freude uns vermasselte: Denn in paar Breitkörben, mit Stroh gefüllt, da quiekte und grunzte es allerorten. Ferkelchen allerorten, so süß und rosafarben, wie wir sie nur als Kinder empfinden konnten. Wir hoben so manches heraus, hoch und setzten es wieder ins Strohnest-Körbchen … Kindheit, Kinderzeit, Kinderfreudenzeit für paar wenige Minuten oder nur Augenblicke  …. Und irgendwie kam- von wem auch immer- der Name Kinnicher “Ferkel-Markt” für diesen kleinen wie überschaubaren “Straßenecken-Bereich” auf.    (Text: Reinhold Nisch, HGV Bad König e.V.)

 

 

Version II  (erweiterte Erzählung)

Bad König im Odenwald. Es waren die späten 1950er Jahre/anfänglichen 1960er Jahre. Die junge Bundesrepublik Deutschland nach einem Jahrzehnt ihrer Gründung prosperierte allmählich, zumindest in ökonomischen Angelegenheiten…

Und dann war hier im Odenwald die damalige Gemeinde Bad König, wo an einer ganz bestimmten Stelle und an einer bestimmten Straßenabzweigung für den Ort etwas Einzigartiges stattfand …..

Ja, da fanden regelmäßig wohl gleich zu Wochenbeginn an einem Montag frühmorgens an der Ecke zur Einmündung von der Weyprechtsstraße in die Schulstraße besondere Aktivitäten statt, während von den umliegenden Bewohnern teilweise um 6 Uhr beim Frühstart teilweise so manch einer noch schlummerte, weil er “Nachtschicht” hatte, so eilten doch die ersten Fuhrwerke heran, auch Traktoren mit Kleinanhängern, mancher mit dem Fahrrad, dem Moped oder mit von eigener Muskelkraft gezogenem Handwagen, gar auch per Pedes. … Und alle boten sie etwas dann gut eine Stunde später beim Verkaufsstart an, die Bauern, Kleinbauern, Handwerker, Privatleute: Es waren hauptsächlich Nahrungsmittel, so- wie sie auch im Odenwald in Gärten, auf Feldern angebaut wurden oder ohne menschliches Zutun im Odenwald (z.B. Heidelbeeren; Pfifferlinge) noch üppig wuchsen. Aber auch Tiere, nicht zuletzt in stattlicher Anzahl waren im Angebot. Lebend- versteht sich! So war vieles ohne Discounter und Supermärkte positioniert- und biologische Erzeugung mehr oder weniger “vor Ort” war ausreichend gegenwärtig: Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Salatköpfe, Gurken, Rote Rüben, Wirsing, Mangold, Apfelsaft, Apfelwein,Obstler, aber auch Tiere wie Tauben, Küken, Hühner, Hähne, Enten, Gänse und vieles mehr.

Aber das Allerwichtigste für uns Kinder, die diesen Weg von “Bad König-Süd” hinauf, so die Buntsandstein-Treppe (heute immer noch so) an “Kautzmanns Dinas Haus” vorbei hin zur jetzt nahe gelegenen Grundschule gehen mussten, war ein anderer triftiger Grund zum Innehalten vorhanden gewesen, obwohl fast der drohend nahende Gong zum Unterrichtsbeginn die erste Freude uns vermasselte: Denn in paar Breitkörben, mit Stroh kuschelig gefüllt, da quiekte und grunzte es urplötzlich: Ferkelchen allerorten, so süß und rosafarben, wie wir sie nur in unserer Kinder-Welt empfinden konnten. Wir hoben so manches Ferkel heraus, warfen es etwas hoch und setzten es wieder ins Strohnest-Körbchen … Kindheit, Kinderzeit, Kinderfreudenzeit für paar wenige Sekunden oder nur Augenblicke …. Mit wenig waren wir glücklich. Und irgendwie kam- von wem auch immer- der Name Kinnicher “Ferkel-Markt” für diesen kleinen wie überschaubaren “Straßenecken-Bereich” auf. Ihr HGV Bad König e.V. (Foto: HGV-Bilddatenbank Ecke Weyprecht-/Schulstraße)

Nachtrag: Sollte irgendjemand noch ein Foto vom einstigen “Kinnicher Ferkelmarkt”  besitzen, bitte melden.

Reinhold Nisch, für den HGV Bad König e.V.

 

 

 

 

(HGV Bad König e.V.- Bilddatenbank/Scan: Reinhold Veit, Bad König)