Bezug des Jahrbuches:

Das Büchlein kann wieder beim Odenwälder Buchhandel zum Stückpreis von 5,00 Euro erworben werden, selbstverständlich auch bei www.shop.gendi.de und hgv@ourewald.de

 

 

 

 

Heidi Banses “Büchelsche” von vor hundert Jahren ist eine unentbehrliche Dokumentation auf das Jahr 1920

Wir sind der Bitte des benachbarten HGV Lützelbach e.V. gerne nachgekommen und veröffentlichen auf unserer Homepage den Hinweis auf das empfehlenswerte Chronik-Jahrbuch 1920 in der historischen Odenwald-Reihe “Vor hundert Jahren”. Autorin ist Frau Heidi Banse, zugleich stellvertretende Vorsitzende des HGV Lützelbach. 

 

(Foto-Rechte: Heidi Banse, Michelstadt)

 

 

Vor hundert Jahren 1920 aus dem Centralanzeiger für den Odenwald  (Auszüge von Heid Banse)

In diesem Jahr ist alles anders. 2020 wird sicherlich als Corona- Jahr in die Geschichte eingehen. Das vom Heimat- und Geschichtsverein Lützelbach e.V.  jährlich aufgelegte „Büchelsche“ erscheint in diesem Jahr nicht im Advent, sondern im Hochsommer, geeignet auch zur Lektüre auf dem Balkon. Es umfasst 64 Seiten und ist im örtlichen Buchhandel und direkt beim Verein unter hgv@ourewald.de zum Preis von 5 Euro erhältlich…

 

… Es gibt zwischen 1920 und 2020 viele Parallelen, und doch geht es uns besser als der Bevölkerung vor hundert Jahren. Nach den gerade überstandenen Kriegs- und Hungerjahren

wird nach einer Behebung der Wohnungsnot gesucht. Im Februar kommt es wegen Preistreibereien auf dem Papiermarkt zu einer Existenz-Bedrohung der Zeitungen. Im März wird über die Spanische Grippe als äußerst ansteckend berichtet und es wird vor allem vor der Übertragen durch Anhusten, Niesen und unmittelbare Berührung gewarnt. „Darum vermeide so viel wie du kannst, die Nähe von hustenden Personen zu Epidemiezeiten.“ Im April kommt die Nachricht von einer Geldlotterie „zum Pferde-, Fohlen- und Zuchtviehmarkt“ in Beerfelden. Im Mai beschließt der Erbacher Stadtrat, „den „Eulbacher Markt“ in diesem Jahre erstmals wieder abzuhalten. Auch das ‚Landw. Pferderennen’ soll wieder stattfinden.“ Dann kommt die Nachricht „Es gibt keine Nudeln mehr!“ Im Juni hören wir die betrübliche Nachricht „Wegen der zunehmenden Verbreitung der Maul- und Klauenseuche im Kreis … ist der Pferde- und Zuchtviehmarkt in Beerfelden verboten, ebenso der Erbacher Wiesenmarkt und das Gau-Turnfest. Aber im Juli findet ein Fußballspiel in Erbach statt. Im August herrscht „in König eine große Arbeitslosigkeit. Ein Teil der Zigarrenfabriken lässt nur noch 24 Stunden wöchentlich arbeiten.“ Im September hören wir „Die durch die Maul- und Klauenseuche angestellten Verwüstungen haben in der Provinz Starkenburg 17.160 Gehöfte betroffen.“ Im Oktober wird eine Quäker-Speisung für 1.000 bedürftige Kinder im Kreis vorbereitet. Im November werden Gedenksteine für die Gefallenen errichtet.

Im Dezember freut man sich in König über das „langersehnte elektrische Licht- und den Kraftstrom, sodaß der Ort allabendlich in hellem Licht erstrahlt.“ In Erbach wird die „Abgabe von Feuerwerkskörpern aller Art (Kanonenschläge, Frösche, Schwärmer, Zündblättchen usw.) und ihre Verwendung verboten“.

 

Pressehinweise:

“Vor hundert Jahren-  (das Jahr) 1920 aus dem Centralanzeiger für den Odenwald” (Quelle: “Mümling-Bote” vom 14. August 2020, S.7

 

Quelle: Foto Heidi Banse, nach: Odenwälder Echo vom Mittwoch, 12.08.2020/Rubrik Odenwald: “Das Jahr, in dem es keine Nudeln mehr gab” (hi=Hink)